Der Hovawart - Die Wundertüte

 

Warum ein Hovawart? 

 

 

Warum haben wir bereits den dritten Hovawart, unsere Phila? Wir lieben eben Überraschungen, Wundertüten und verpackte Geschenke! Knisternde Spannung lässt uns neugierig werden.

 

Für uns bringt ein rassentypischer Hovawart aus kontrollierter Zucht eines FCI-Vereins die besten Anlagen in Gesundheit, Wesen und Aussehen mit, die wir uns vorstellen können. Und er ist einfach wunderschön!  

 

Was außen ist, sehen wir. Was drin ist, wird sich zeigen! Wie sich das Äußere entwickelt, ist das erste Wunder in der Felltüte. Was sich innen versteckt, werden wir entdecken und uns so manches mal richtig wundern! 

 

Der Hovawart ist uns ein absolut liebenswerter vierbeiniger Lebenspartner, ein echter Kumpel in allen geplanten und ungeplanten Lebenslagen, ein charaktervolles und unschätzbar wertvolles Familienmitglied.

 

Er schätzt ganz besonders Menschen, die seine rassentypischen Anlagen würdigen, sie entwickeln lassen und gleichzeitig für das zukünftige Leben vorbereiten. 

 

Besonders liebt er Menschen mit Humor, Sensibilität und Gradlinigkeit. Toleranz gegenüber ersetzbaren Dingen des Lebens und Kreativität wären ebenfalls vorteilhafte Eigenschaften. 

 

 

 

Blond, schwarz oder schwarzmarken? 

 

Jeder, der einen Hovawart in sein Leben einlädt, wird eine bestimmte Vorstellung von „seinem" Welpen haben  – und wie das Zusammenleben aussehen könnte.

 

Zuerst wird meistens die Frage nach Farbe und Geschlecht des künftigen Familienmitglieds erörtert, bevor man sich einen Züchter sucht. Manchmal ändern sie sich jedoch beim Anblick und Erleben der unterschiedlichen Wesensmerkmale vor Ort. 

 

Bei jedem Besuch lässt sich etwas Neues entdecken, unglaublich, wie schnell sich Welpen entwickeln. Nicht selten ist auf diese Weise eine blonde Hündin zu einem schwarzen Rüden als Favorit mutiert. 

 

 

 

Die genetische Ausstattung

 

Ursprünglich ist der Begriff Wundertüte in Hinsicht auf die genetische Ausstattung des Hovawarts geprägt worden.

 

In einem großen Wurf gibt es Ähnlichkeiten, aber kein Welpe ist wie der andere. 

Welche Gene der Elterntiere doppeln sich und verstärken eine positive Charakteranlage?

 

Einige Gene sind bekannt in ihrer Erblichkeit: Die monogenen Gene. Aber nicht die polygenen Gene, denn sie verteilen sich auf mehreren Genen gleichzeitig! Fest steht, dass Anlageträger keine Gefällt-mir-Buttons oder den Link zum  ,,Kaufen" tragen. 

 

Nur in wenigen Bereichen ist Näheres wissenschaftlich erforscht. Damit können wir züchterisch arbeiten. Mit Unbekannten lässt sich leider nur in der Mathematik rechnen, nicht aber in der Genetik. 

 

Die Frage ist, ob wir trotz aller Bemühungen jemals den gesundheitlich optimalen Hovawart erreichen können? 

Vielleicht lesen wir eines Tages die Anzeige: ,,Genetisch perfekter Hovawart, 35 Jahre alt, zuchtbereit, aus Altersgründen der Besitzer in gute Hände anzugeben." Hm...

 

Das Erbe

 

Bis heute gibt es keine Erklärung, wann und warum z.B. ein lebensbedrohlicher Lebershunt auftritt und wann nicht. Warum erkrankt der eine Hund später an Krebs, der andere aber nicht? Warum ist der eine Welpe schwarzmarken, der andere blond und der dritte schwarz? Warum gibt es bei der Verpaarung einer schwarzen Hündin mit einem blonden Deckrüden 9 schwarze und einen schwarzmarkenen Welpen, aber keinen blonden? 

 

 

Vererbung der äußeren Merkmale:

 

Merkmale wie Ohrenform und Ohrenhaltung, Rutenform und Rutenhaltung oder Haarlänge und Haarfarbe vererben sich sehr hoch: 0,8 oder 80 % bis 1,0 oder 100%. 

 

(Quelle: Inge Hansen, Vererbung beim Hund, Müller-Rüschlikon)   

 

 

 Vererbung der Verhaltensanlagen

 

„Die Verhaltensanlagen werden als Verhaltensprogramme oder Verhaltensmuster vererbt. Sie begrenzen das zukünftige Verhalten unseres Hovawartes nach oben. Keiner unserer Lieblinge kann sich über seine Anlagen hinaus entwickeln. Die Umweltreize lösen das sichtbare Verhalten aus. Sie begrenzen künftiges Verhalten auch nach unten, denn nicht abgerufenes und herausgefordertes Verhalten findet nicht statt. Die Verhaltensanlagen verkümmern."

 

Quelle: Inge Hansen, Vererbung beim Hund, Müller-Rüschlikon

 

 

 

Vererbung der Verhaltensmerkmale 

 

  • Furcht: 45 bis 60 % (hoch) 
  • Nervosität: 58 bis 62 % (hoch)
  • Temperament: 51 % (hoch)
  • Ängstlichkeit: 46 % (hoch)
  • Freundlichkeit: 37 % (mittel) 
  • Fähigkeit zur Mitarbeit: 35 %(mittel).

 

„Der Besitz eines nervösen, furchtsamen Hovawartes als Zuchttier führt mit größter Wahrscheinlichkeit zu vermehrtem Auftreten von Nervosität oder Furchtsamkeit bei den Nachkommen. Das Verhalten eines furchtsamen Muttertieres wird die genetisch vorbelasteten Welpen noch zusätzlich negativ prägen."

(Inge Hansen, s.o.) 

 

 

Rassetypische Verhaltensmerkmale

 

„Die charakteristischen Verhaltenseigenschaften einer jeden Rasse, also auch unserer Hovawarte, sind eindeutig erbbedingt und lassen sich durch entsprechende züchterische Auswahl festigen und fixieren und somit auch verändern.

 

Spezialleistungen der Ausgangsrassen unserer Hovawarte wie z. B. zu starkes Bellen des Schäferhundes oder Jagdverhalten, zu starke Zurückhaltung, aggressives Verhalten oder anderes unerwünschtes Verhalten lassen sich also züchterisch durch gezielte Zuchtauswahl und Zuchtstrategien sehr wohl erfolgreich bearbeiten.

 

Die Größe der Unterschiede entspricht der Weite der Verwandtschaft. Manche Zuchtlinien zeigen die erwünschten Verhaltensmerkmale und Verhaltensausprägungen stärker als andere." (Inge Hansen, s.o.) 

 

Wir wissen mit Sicherheit, dass wir nie alles wissen können. Aber mit allem, was wissenschaftlich erforscht und bekannt ist, können wir züchterisch arbeiten. Bei den anderen Fragen hilft uns bislang nur Wissen, Vorsicht, Glück und Hoffen.

 


Das Herz

 

Hat man einen Welpen auf dem Arm, spricht das Herz. Wissenschaftlich spricht man auch von Prolaktin, das s.g. Elternhormon, das bei Säugetieren das Brutpflegeverhalten auslöst. Das Fiepen eines Welpen sorgt für die Ausschüttung der wichtigen Hormone Prolaktin und Oxytozin in der Mutterhündin, die daraufhin die Milchproduktion in Gang setzt bzw. steigert. 

 

Auch im Menschen entwickelt sich Prolaktin beim Anblick eines kleinen Welpen und löst ebenso „Brutpflegeverhalten" aus. Ab jetzt herrschen auch bei den Besuchern die Glückshormone: Der Mensch lächelt. Der Partner steht daneben und erinnert sich an das verzückte Glänzen in den Augen seiner Frau aus früheren Jahren und weiß: In diesem Augenblick wird sich etwas Entscheidendes im Leben ändern - die häusliche Ruhe.

 

Ab jetzt werden Aufmerksamkeit, Zuneigung, Zeit und vielleicht auch das Sofa geteilt! Das Prolaktin hat den Verstand ein wenig,,erblinden" lassen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von Wundertüten

 

mit Forscherdrang und

 

Entdeckergeist

 

Das Herz geht mit 

 

Abschied von Yaspars Züchterin. Die Bindung – auch die einer langjährigen Züchterin (Y-Wurf!) zu ihren Welpen ist vom Herzen gesteuert. 

Und so ist Yaspar mit dem für uns wichtigsten „Paket" an Wesensentwicklung ausgestattet worden - Bindungsfähigkeit. Er ist ein Hovawart mit sehr großem Herzen für Menschen. 

Gleichermaßen haben wir uns bei Phila in erster Linie am „Züchterherzen" orientiert und waren überzeugt, auch in Phila dieses „Herz" zu finden. Ja, das ging ganz schnell!

 

Genau so fanden wir für Phila den Partner „mit Herz" für ihren ersten Wurf. 

 

 

 

 


 

Kreativität und Forschergeist ist angesagt: Phila öffnet auch Schraubverschlüsse, schaut im Fernsehen Hundesendungen. Nicht nur einmal haben wir uns gewundert, was in ihrem Köpfchen entstehen kann. 

 

 

Beute zerreißen und Zerstückeln ist ein Erbe des Wolfes, das bis heute vorhält. 

 

Beute ist eine lebenswichtige Ressource. Sie dient aber nicht nur zur Ernährung oder als Statussymbol (wie oben auf dem Foto), sondern wird auch verteidigt, zum Beispiel zwischen Muttertier und Welpen als Erziehungsmaßnahme zum Respekt. 

 

Beute wird aber auch mit Freunden „geteilt". Bei Mensch/Hund oder Hund/Hund heißt Beutestreit auch „Spielen" und dient der Kommunikation und Beziehung zwischen Mensch und Hund, wenn es artgerecht ausgeführt wird. 

 

 

 

Foto unten:

Alexa zieht, Yaspar hält nur fest. 

 

 

 

Ein Welpe im Haus ist wie ein Adventskalender: Jeden Tag öffnet sich eine neues Türchen.

 

  

 

Einst ein kleiner rosa Plüschkrake als Welpengeschenk der Papa-Besitzerin Melanie, heiß geliebt, aber heute stark verwundet.

 

Irgendetwas musste darin doch versteckt sein?

 

 

Das Programm war langweilig!  

 

 

Es war die dritte Fernbedienung mit Spezialöffnung. 

 

Bei der ersten war auch gleichzeitig ein neuer Receiver fällig, weil es zum alten keine Ersatzteile mehr gab. Die zweite und dritte kamen schnell hinterher, war aber preiswerter. 

 

 

Beutemachen durch Auspacken ist das schönste Weihnachtsspiel:

 

Papier entfernen, den Inhalt entpacken und genießen... nicht nur Kinder lieben dieses Übertraschungsspiel!

Die Kater bevorzugen die übrig geblieben Kartons als neue Behausung. 

 

 

Kein Spielzeug dabei?

 

Ewig lockt das Stöcken...

Stöckchen sind als Ersatzbeute draußen sehr beliebt. Bis heute – vom Beutestreiten bis zur Zerlegung sind alle Stadien dabei, auch alle Längen und Umfänge. 

Vorsicht ist allerdings immer geboten!

 

Manchmal legt sich ein Stück im Oberkiefer quer. Wohl dem, der seinem Hund dann beherzt in den Fang greifen darf/kann und den Fremdkörper herausfischen kann. 

 

 


 

Drei Paar Schuhe durften entsorgt und ersetzt werden: Allen fehlten Fersenkappen und Schnürsenkel. Offenbar war der Kern uninteressant. 

 

 

Hovawarte sind Wundertüten und lieben sie auch selber -   gerne zum Entpacken. Auch Yaspar! 

Der Entdeckerdrang ist bei Welpen besonders ausgeprägt, hält aber häufig lückenlos bis ins Greisenalter. 

 

 

Yaspars Schlange aus Welpentagen hat seine Neugier, Liebe und Fürsorge leider nicht überlebt - wegen der inneren Verletzungen! Eine Operation war nicht mehr möglich.  

 

Opa Yaspar bringt es an den Tag, das Spielzeug für die Kater. Diese sind beglückt! 

 


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Phila auf Working Dog
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