Hovawart und Mensch

 

Denker auf vier Pfoten   

 

Mit Sicherheit wäre der Hovawart bei Twitter ein eher kritischer Follower. Schon als Welpe ist er nicht nur plüschig!

Er ist trotz großer Bindungsbereitschaft zuweilen ein sehr kritisches Gegenüber, das im Zweifelsfalle eher  den Fragezeichen im eigenen Kopf folgen würde statt seinem Menschen. Ein Hovawart denkt sozusagen mit. Besonders in unbekannten Situationen ist er selten ein kritikloser Kumpan, der sich treu hinter seine Menschen stellt. Er beobachtet durchaus kritisch, registriert, denkt, beurteilt und verharrt dann oder greift im Notfall ein. 

 

 

Verantwortung 

 

Der Hovawart übernimmt ohne zu zögern die Verantwortung für das Wohlergehen seiner Menschen und für sich, wenn Gefahr droht. Aber dieses passiert zuerst in seinem Kopf.

 

Die mittlere bis hohe Reizschwelle, auf die in der Zucht Wert gelegt wird, stützt diese Eigenschaft des Hovawarts: Erst wird der Kopf detailliert eingesetzt, kaum merklich Ohren und Nase, dann werden Augen und Kopf ausgerichtet und zuletzt steht der gesamte Körper unter Spannung. Ob er stehen bleibt oder nach vorne geht, entscheidet sein Kopf, der Grad seiner „Überlegsamkeit" oder im heutigen Sprachgebrauch auch Reizschwelle.  

 

 

Überlegsamkeit

 

Urvater Bertram König schreibt dem Hovawart kognitive Leistungen zu, denn diesem ,,überlegsamen" Typ galt sein besonderes Interesse. 

 

Nach heutigem Wissen haben alle Säugetiere ein Stirnhirn, das an allen Entscheidungen beteiligt ist und das soziale Leben steuert, auch artübergreifend. Der Hund kann dadurch soziale Bindungen eingehen - zu Artgenossen, aber auch artübergreifend zu anderen im Haushalt lebenden Tieren und zu Menschen.

 

Wie in Versuchen der Universität Jena gezeigt wurde, können Hunde die Stimmung des Menschen auch aus dem Gesicht lesen. Die Stimmung wirkt dank der im Stirnhirn ansässigen Spiegelneurone ansteckend, im Guten wie in der Prüfung oder im Problemfall. 

 

 


 

Das Wesen 

 

 

Welches Wesen wollen wir?   

 

Meistens finden wir als Zuchtziel in der Hovawart-Szene die Attribute ,,wesensfest" und ,,familienfreundlich". Es hat den Anschein, als seien dem Hovawart diese Eigenschaften sozusagen in die Wiege gelegt und lebenslang zu eigen. 

 

Viele Beispiele von Hunden, auch aus gutem Hause, die neu vermittelt werden mussten, widersprechen dem „Traum von der Wiege". Denn es gibt keine per se familienfreundliche Hunderasse. Es gibt auch keinen durch Genetik lebenslang wesensfesten Hovawart, wenn es das Leben anders will.  

 

Die Forschungen im Bereich der Epigenetik beweisen, dass Lebensereignisse und Erfahrungen auf die Gene wirken und schon sehr früh bestimmte „Schalter" an- oder auch abschalten. 

 

„Bist du sicher,

dass du auch meinst,

was du sagst und

dass du es auch so meinst

wie du guckst?"

 

 

Welches Wesen hat der Mensch? 

 

Statt auf die einzelnen Vorzüge dieser Rasse zu schielen, haben sich bei mir persönlich im Laufe der letzten 25 Jahre mit nunmehr drei Hovawarten eher die menschlichen Attribute in den Fokus gedrängt.

 

Der Grund? Man lernt durch den Verein die unterschiedlichsten Menschen und ihre Hunde kennen, die entsprechende Passung, aber auch Spannungen und Missverständnisse. 

 

Familienfreundlichkeit, Kinderfreundlichkeit, Wesensfestigkeit ergeben sich erst aus dem entsprechenden menschlichen Umfeld.

 

Allein die Anlagen hat ein Welpe geerbt, also die theoretischen Möglichkeiten. Diese gilt es nun im Zusammenleben mit dem Menschen zu entwickeln. Hierfür haben sich nach meiner Erfahrung einige menschliche Charakterzüge als nützlich erwiesen: 


 

Zuverlässigkeit, Beständigkeit, Berechenbarkeit und Fürsorge, denn genau diese Verhaltensweisen hat der Welpe von der Mutterhündin bestenfalls erlernt und erwartet sie dem entsprechend auch von seinen neuen Menschen. 

 

 

Beste Freunde

 

Voller Zuneigung und Vertrauen genießen Yaspar und Alexa ihre Freundschaft. Unsere Hund leben uns vor, wie es gehen kann, wenn wir hinschauen.

 

Von ihnen können wir auch wieder lernen, was im Leben wirklich wichtig ist: Vertrautheit, Verlässlichkeit, Glück und Vertrauen, Freude und Sicherheit. 

 

Bringen wir diese Attribute in unser Leben mit dem Hovawartwelpen ein, docken wir geradewegs an überlebenswichtige Gene an, an das Bedürfnis nach Unbeschadetheit und Erfolg, die unser und mit allen anderen sozialen Lebewesen teilt. 

 

Zuverlässigkeit, Beständigkeit und Berechenbarkeit schenken schon dem Welpen Sicherheit und Ordnung. Dem Junghund bieten sie einen Rahmen, innerhalb dessen gute Laune und Unbeschwertheit herrschen. So bauen Junghunde langsam aber sicher Vertrauen zu ihren Menschen auf, wenn z.B. ein Verbot auch morgen und nächste Woche noch gilt und die Freude vorherrscht. 

 

Dem erwachsenen Hovawart bieten diese Eigenschaften Vertrauen und Gelassenheit, mit seinen Menschen durch Dick und Dünn zu gehen.

 

Dem Senior bieten sie Sicherheit sowie die notwenige Ruhe und Konfliktfreiheit, die er besonders in den Zeiten langsamerer Bewegungen und geringer werdender Kräfte braucht. 

 

Besonders in der heutigen Zeit, in der Autoimmunerkrankungen Hochkonjunktur haben, sind die o.g. Eigenschaften aus meiner Sicht für die Gesundheit unschätzbar wertvoll. 

 

Feindbild Aggression

 

Es gibt viele Arten von Aggression, aber nur zwei Situationen und Fotos von Yaspar, in dem er eine leichte Drohung dem an Power überschäumenden Jungspund Michel zeigt. Aggressiv war Yaspar nie.  

 

Hundliche Aggression ist in der menschlichen Gesellschaft unerwünscht. Allein das Drohen zählt schon dazu, ist aber ein wichtiges hundesprachliches Erziehungsmittel. Es gibt viele Gründe und Arten von Aggression, darüber sind ganze Bücher geschrieben. Die Forschungen sind voller Ergebnisse. 

 

Unberechenbarkeit jedoch, wie z.B. unerwartetes Drohen, Schnappen oder gar Beißen gehört zu den häufigen Abgabegründen bei Hovawarten. Ein aggressiver Hovawart ist unerwünscht - auch in der Zucht.

 

Menschen und auch andere Hunde können durch ihr Verhalten aber leider unbewusst und unreflektiert aggressive Verhaltensweisen fördern. 

 

Zusammenhänge zwischen Aggression und Ängstlichkeit sind häufig zu finden. Furcht, Nervosität und Ängstlichkeit gehören zu den Wesensmerkmalen, die durch das limbische System gesteuert werden. Sie sind in hohem Maße (zwischen 37 und 60 % )erblich.

 

Ängstliche und aggressive  Hunde können die Körung in unserem Zuchtverein HZD nicht bestehen und werden zur Zucht nicht zugelassen.

 

 

 


  

Der Glaube 

 

Von den alten „sieben Tugenden", die auf Papst Gregor (540-604 AD) zurückgehen und heutzutage wohl nur noch in philosophischen Kreisen diskutiert werden, gibt es tatsächlich einige, die im Zusammenleben mit dem Hovawart sinnvoll und erfolgreich sein können. 

 

Der Glaube steht an erster Stelle. Das Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutete ursprünglich Treue, Vertrauen. 

 

Der Hovawart ist etwa mit vier Jahren im landläufigen Sinne erwachsen. Das können Sie allen Besitzern eines Hovawarts ungeprüft glauben und auch darauf vertrauen. Die eine oder andere „Marotte" weicht im Laufe der ersten Jahre immer mehr der „Vernunft", eigentlich der zunehmend erfolgreichen Prüfung und  Anpassung an die Umwelt. 

 

Die lange Reifezeit des Hovawarts hängt mit der Gehirnentwicklung zusammen und zeugt davon, dass der Hovawart viel Zeit braucht, um alle seine Anlagen voll zu entwickeln. Der Gewinn dafür liegt in einem offensichtlich breit entwickelten Stirnhirn, dem Zentrum für Persönlichkeit und Sozialverhalten. 

 

Yaspar glaubt fest, dass er gleich den Fingerzeig erhält, der ihm erlaubt die Leckerchen auf seinen Pfoten zu naschen. Durch solche Übungen haben wir Vertrauen, Glauben und Geduld schon früh aufgebaut. Vertrauen fördert Geduld und Gelassenheit. 

 

 

 

Die Liebe 

 

Wer lieben kann gewinnt Herzen, auch das des Hovawarts.  

 

Ob man seinen kaltschnäuzigen Fellträger Partner, Familienmitglied, Freund, Beschützer, Sofawart, Seelentröster, Sportkollege oder auch Schatz, Weggefährte oder Liebling nennt - der Mensch trägt die Verantwortung für seinen Begleiter. Der Mensch gibt den Ausschlag, in welche Richtung das Zusammenleben mit dem Hovawart geht. Eines aber ist sicher: Ohne die Liebe geht es nicht gut!

 

Ohne die Liebe zur Rasse kommt kein Hovawart ins Haus. Ohne Liebe überstehen wir auch nicht die herausfordernde Zeit des Heranwachsend mit all den täglichen Überraschungen und außergewöhnlichen Einfällen unserer Lieblingsrasse.  

 

Foto rechts: Drei Sofawarte: Phila, Max und Mensch. Kuschelstunden sind für uns ein Muss – Mußestunden auch! 

 

 

Grenzenlose Liebe  

 

War die Liebe zum Welpen gerade eben noch grenzenlos, als er einzog, ist sie beim Anblick der neuen Sandaletten mit abgebissenen Fersenriemchen auch mal schnell in blankes Entsetzen umgekehrt. Beim - auch spielerischen - Anknurren des Kindes schlägt die anfängliche Begeisterung zuweilen in Panik um. 

 

In den ersten drei bis vier Hovawart-Jahren wird diese elementare Kostbarkeit, die Liebe, in unserem Seelenleben zuweilen auf harte Proben gestellt. Schnell wird ein Zimmerkennel besorgt, um Hund und Kind voreinander zu sichern, in den der Hund - nicht das Kind - eingesperrt wird. Die am häufigsten zu lesende/hörende Begründung lautet: Der Hund könne sich darin zurückziehen und fände darin endlich Entspannung und Schutz, könne zur Ruhe kommen.   

 

Versuchsweise könnte man bereits beim Welpen anfangen, sich selber in Muße und Gleichmut zu üben und Ruhe vom sonstigen Leben einkehren zu lassen. Dazu ein Lächeln im Gesicht erhöht den Wohlfühlfaktor und entspannt ebenfalls durch die nun ausgeschütteten Glückshormone Endorphine, Serotonin, Exytocin und Dopamin. 

 

Das plüschige Fell des Welpen, auch das eines erwachsenen oder alten Hovawarts, eignet sich ausgezeichnet für die taktile Wahrnehmung, die vom Gehirn mit Glückshormonen beantwortet wird. Sie wirken wie ein Antibiotikum für das Immunsystem.

 

 

Liebe und Entspannung gehen eng miteinander einher. Stress hingegen überlagert beides. Erstaunlich ist immer wieder, wie sehr auch sehr temperamentvolle Kinder entspannen können und versonnen ein solch vertrauensvolles Bündel Welpe streicheln können, scheinbar endlos verloren in innerem Glück. 

 

Aber es gibt auch die anderen Kinder, die gerne experimentieren und den Welpen herausfordern. Hier sind die Erziehungspersonen gefragt, denn das Verhalten der Kinder wirkt auf einen Welpen tief prägend. 

 

Über alle Arten hinweg ist Kuscheln der Entspannungsfaktor Nr. 1. Auf dem Foto rechts ist Yaspar, der seine beiden Kater immer wieder ,,an der Backe" hat. Für die Kater ist Yaspar der Mutterersatz. Seiner Fürsorge verdanken sie ihre Sozialerziehung und Schmusigkeit. Was man selber tief erfahren und gelernt hat, kann man auch überzeugend weitergeben. 

 

 

Muße 

 

Kuscheln beruhigt das Gemüt ungemein. Die unter den Menschen arg strapazierte und scheinbar aussterbende Fähigkeit zur Muße stellt sich jedoch kaum bei besonders ambitionierten Menschen ein.

 

Phila liebt die Mußestunde auf dem Sofa. Wir konnten es nicht über's Herz bringen es ihr zu verbieten, den Katern aber zu erlauben. Und ja, wir lieben unsere Hunde und die Kater gleichermaßen!  

 

 

Phila mit ihrem Ersatz-Lieblingsmenschen Michael im Wochenendurlaub. Muße und Entspannung funktionieren auch auf der grünen Wiese, auch mit guten Freunden. Auch artübergreifend ist tiefe Entspannung möglich.

 

Vertrauen ist die Basis. 


Genau wie wir Menschen hoffen auch unsere Hovawarte auf eine Auflösung der Spannung: auf unser Lächeln, ein Leckerchen, ein Lob. „Hab ich es nicht gut gemacht?", so steht es in ihrem Gesicht geschrieben, auch wenn sie wieder einmal nicht perfekt vorsitzt. Allein ihr Blick lässt mich innerlich grinsen.

 

Die Hoffnung 

 

 

Es gibt kaum eine belebendere Tugend als die Hoffnung.

 

Spätestens beim pubertierenden Hovawart rückt sie ins Zentrum des menschlichen Seelenlebens: Irgendwann ist auch diese Zeit vorbei! Manch einer nennt es „schreckliche Zeit" – sogar eine Hovawartzeitung! 

 

Die Phasen von einem Lichtblick zum nächsten verkürzen sich zunehmend und scheinen dadurch häufiger vorzukommen -  bis ein jäher Rückfall, vielleicht mit dreieinhalb Jahren, alle Hoffnung in finsterste Tiefen schleudert, um im nächsten Augenblick wie Phoenix aus der Asche ein herzerweichendes Strahlen hervorzuzaubern: Er hat's verstanden! 

 

Grob vier Jahre kann man rechnen, bis das Wesen des Hovawarts nahezu fertig entwickelt ist. Aber durchblicken lässt er schon manchmal mit einem Jahr, was aus ihm werden könnte. Und fertig ist er auch nie. Er lernt lebenslang. 

 

Die Junghundezeit und Pubertät ist für mich die wundervollste Zeit, die spannendste im gesamten Hovawartleben: Jeden Tag ein Wundertütchen!

Jeden Tag ein sich neu öffnendes Fensterchen! 

 

 

Im Training geht es schon recht locker. Wir haben die Hoffnung, dass es auch in der Prüfung klappt! 

 

Ursprüngliche Bedeutung des Wortes

 

Das Wort hoffen kommt von dem mittelniederdeutschen Wort „hopen" und bedeutet hüpfen, vor Erwartung unruhig springen oder zappeln. 


Der Mensch - ein hoffnungsloser Fall? 

 

 

Wir Menschen entscheiden über den Erfolg, ob wir es wollen oder nicht: Springt und zappelt unser Gemüt allein bei dem Gedanken an eine Prüfung? Wird sie gelingen?

Besser ist es für den Menschen, auf ein Gelingen zu vertrauen statt zu hoffen, sonst springt der Hund statt zu laufen! (s.o.)

 

Noch besser ist es, sich nicht veralteten Methoden mancher Hundetrainer anzuvertrauen, sondern auf einen Hundeplatz zu fahren, auf dem auch Spaß und Lachen bei der Arbeit erlaubt sind, besser noch erwünscht sind, auf dem die Menschen ihre Hunde auch mögen und lieben dürfen und nicht nur kommandieren,   wenn in der Arbeit  ein "Gut!" nicht nur ein Wort ohne Mimik bleibt, sondern im Gesicht auch offen sichtbar ist. 

 

Wenn es in unserem Landstrich Dithmarschen auch vieles nicht gibt, tatsächlich aber haben wir einen solchen Hundeplatz entdeckt, dort am Dorfrand bei kompetenten Trainerinnen gearbeitet und auch unsere Begleithundprüfung erfolgreich abgelegt   - beim DVG-Prüfer! Es geht eben auch anders!  

 

 

 

Der Mensch 

 

Braucht der Hovawart in der Regel  3 bis 4 Jahre in seiner Gehirnentwicklung bis zur Reife, sieht es beim Menschen noch ,,schrecklicher" aus:  Die menschliche Persönlichkeit braucht sage und schreibe 28 (!!!) Jahre, sagen die Neurologen, bis der Frontallappen und damit der Sitz der Persönlichkeit ausentwickelt ist. 

 

Im Frontallappen sitzen nämlich die höheren kognitiven Funktionen des Säugetiers: Willensbildung, Bewusstsein und Impulssteuerung...

 

Ich liebe meine Hovawarte! Sie schaffen es in rund 4 Jahren, brauchen aber auch mehr als ein Drittel ihrer gesamten Lebenszeit - wie der Mensch! 

Die Mensch und der pubertierende Hund

 

Für die einen ist es hoffnungsvoll, für andere eher hoffnungslos,wenn ein junger Hovawart zu seiner ersten Prüfung oder Ausstellung antritt. Hoffentlich hüpft er nicht wieder! Hoffentlich wird er gut bewertet! Hoffentlich schafft er es! 

 

Wir bauen Erregung und/oder Spannung auf und bringen somit auch unseren „vierbeinigen Seismographen" in Schwingung. Nun ist echte Spannung angesagt im Duo Mensch-Hund! Nun schwingt das Pendel zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit, Lust und Frust, Grinsen und Grollen: Rechtskehre - wo bleibt der Hund? Oh! OK! Ein „Platz !" presst sich aus dem Bauch - die Augen rollen, der pitschnasse Hund legt sich langsamst auf den regennassen Boden und schaut irritiert. „Oh ne, ne?!" 

Es geht schon weiter...liegt er noch? Ja, er liegt wie angegossen...Geschafft!

 

Manchmal ist der Hund einfach nervenstärker! 

 

 

Sind wir nicht manchmal richtig hoffnungslos, weil unser Hund vor lauter Hoffen gehüpft ist statt zu gehen? 

„Lass sie doch hüpfen!", sagte einst die Schweizer Richterin Heidi Oppliger: ,,Es zeugt ja vom fröhlichen, unbeschwerten Wesen des Tieres!"  ,,Ich bin nicht der Meinung, dass sich Hunde wie dressierte Affen präsentieren sollen. Sie sollen Hunde sein und bleiben!", fügte ihr Mann René Oppliger hinzu. Keinem der beiden jahrzehntelangen Hovawartzüchter-, Besitzer und Richter widerspreche ich! Ihre Worte sind auf die Präsentation im Ausstellungsring bezogen.

 

Warum gelten sie eigentlich nicht offiziell? Auch für die DVG-Begleithundpüfung? Bedeutet  ein ,,Team" nicht mehr als die Präzision in der Ausführung von Kommandos? Warum sprechen wir trotz aller kynologischen Fortschritte auch heute noch von einem ,,Hundeführer" statt von einem Teampartner? 

 

 

Zum Schluss darf Phila dann doch noch einmal richtig hochspringen. Aber nun ist ja auch alles vorbei! 

 

Die erste Ausstellung in der Halle, die erste internationale Ausstellung. Blanke Nerven können wieder entspannen.  

 

 


 

 Tapferkeit 

 

Bereits in der frühen Welpenzeit ist der normale Nachkomme des König'schen Hofwächters durchaus eigenwillig und immer neugierig. 

 

Aktiv, clever, immer präsent, bodenständig, ausgeglichen, wachsam, sozial und wesensstark sowie lern- und anpassungsfähig – so kann er der erwünschte Hovawart sein – wenn es auch seine Menschen sind. 

So kann auch ein Welpe sein, ein Junghund und ein gerade erwachsen werdender Hovi. Aber auch kritisch hinterfragend, zweifelnd und absichernd, unsicher, misstrauend und snobistisch, schwerhörig usw. Er entwickelt sich sozusagen als ein spiegelndes Gegenüber seines Menschen.

 

Trotz aller Bindungsfähigkeit führt unser Hofwächter aber durchaus auch ein Eigenleben. Zum König'schen Bild des Hovawarts gehört nämlich eine Portion Tapferkeit. Dieses Charaktermerkmal wird allerdings unseres Wissens nirgendwo erwähnt. Auch im Rassestandard wird dieser Begriff nicht benutzt. Offenbar zählte Tapferkeit nicht zu den hundlichen Tugenden des letzten Jahrhunderts. Vielleicht ist der Begriff auch antiquiert?

  • Als Tapferkeit wird diejenige Fähigkeit bezeichnet, in einer schwierigen, machmal auch mit Nachteilen verknüpfen Situation durchzuhalten und sich durchzusetzen - ohne Garantie auf eigene Unversehrtheit.

Wer zweifelt nach dieser Definition noch daran, dass unsere Hovawarte tapfer sind? 

 

Tapferkeit und Verantwortung 

 

Manchmal haben Hund oder Mensch einfach nur Glück - eine Garantie auf Anerkennung seines Verhaltens hat der tapfere Hovawart jedoch nicht immer, wenn er sich für die Bewachung von Haus, Hof und seine Menschen einsetzt. Immerhin ist diese Eigenschaft im Rassestandard  mit dem Begriff ,,Schutztrieb" schon als Trieb-Veranlagung definiert. Gemeint ist damit die veranlagte Verteidigung seiner wichtigsten ,,Ressourcen" Mensch und Heim. 

Früher galt ,,Verteidigungsbereitschaft" als Voraussetzung zur Zuchtzulassung in unserem Zuchtverein. Heute wird sie als ,,Kommunikation" mit angedeuteter Bedrohung in stark abgeschwächter Form durchgeführt. 

 

Keiner möchte einen ängstlichen, sich unsicher umschauenden Hovawart mit eingeklemmter Rute neben sich haben, der bei einem ungewöhnlichen Geräusch flüchtet, sondern einen Hovawart, der Haus und Hof bewacht und damit auch seine Menschen – im Ernstfall! Und sonst? Gut ist es, wenn ein Ernstfall nie in einem Haus z.B. neben einer Schule oder direkt am Schulweg eintritt, an dem täglich besonders wagemutige Schüler am Gartentor randalieren und den Hovawart provozieren, während er „im Dienst ist".(Wann ist er das nicht?)

 

Auf Tapferkeit folgt manchmal Leidensfähigkeit - nämlich u.U. zukünftig und lebenslang ohne seine Menschen auskommen zu müssen und stattdessen neben zahllosen Artgenossen auf eine geeignete Unterbringung warten zu müssen. Denn in manchen Landesgesetzen gilt schon das Drohen, Schnappen oder Festhalten als ,,Beißen" und zur Einstufung als ,,Gefährlicher Hund"! 

Manchmal reichen auch schon hunde- oder nachbarschaftsfeindliche Gerüchte, einen normal reagierenden Hovawart als ,,gefährlich" zu diskreditieren.

 

Die Evolution hat in Säugetieren, die in sozialen Verbänden leben, ein Gehirn entwickelt, das im Aufbau und in seinen Bestandteilen vergleichbar mit dem eines Menschen ist. Durch Spiegelneurone kann der Hund schon weit entfernt Stimmungen des Menschen oder anderer Hunde aus Mimik und Gestik „lesen" und darauf antworten. Auf diese Fähigkeit können und sollten wir Menschen durchaus schon früh reagieren (lernen). Dazu kann der Hund – im Gegensatz zum Menschen - auch an ausdünstenden Geruchspartikeln die Seelenlage des Gegenübers erkennen.  

Unsere Hunde leben im Hier und Jetzt. Das lieben wir an ihnen, besonders in Hinblick auf den morgigen, arbeitsreichen Montag, der ihnen hingegen völlig "schnuppe" ist. Unseren Hunden fehlt im Gegensatz zu uns Menschen allerdings die Fähigkeit weiter  vorauszudenken, also die ,,Vorschau". Ebenso fehlt ihnen auch die Möglichkeit Verantwortung für das eigene Tun zu übernehmen. Diese Verantwortung tragen wir Menschen  -  in unserem Zuchtverein, in  der Wesensfestigkeit unserer Zuchttiere wie auch in dem Welpen, den wir als Neuling oder erfahrener Hovawart-Mensch erwerben - vom ersten Tag des  Zusammenlebens an - und dann lebenslang!

 

Diese Verantwortung tragen auch wir Züchter, denn wir übergeben einem Menschen unseres Vertrauens mit dem Welpen auch die Verantwortung für die weitere Entwicklung anlagebedingter Verteidigungsbereitschaft. 

 

 

Diese Anlage lässt sich nur durch differenzierte, eindeutige und verständliche Kommunikation in rassentypische Bahnen lenken – für Neulinge in der Rasse am besten durch die Unterstützung rassekundiger, feinfühliger, verantwortungsvoller und kynologisch geschulter Ausbildungsbegleiter sowie in enger Anlehnung oder Kooperation mit Züchter und Zuchtverein. Sie allein sind in der Lage, sich anbahnende Probleme im Frühstadium zu erkennen. Durch Korrekturen lassen sich Fehlentwicklungen früh erkennen und in langfristig zuverlässige Verhaltensweisen lenken.

 

Auch dazu dienen die landesweit angebotenen Zuchtveranstaltungen ab dem 4. Monat, auf denen auch Gespräche mit anderen Hovawart-Besitzern so manchen zielrorientierten Tipp ergeben.

 

Ein tapferer und wesensstarker Hund braucht einen ebensolchen Menschen. Entweder hat er ihn gleich oder er muss ihn sich erst erziehen. Aber ohne einen lern- und kommunikationsfähigen Menschen wird der Hovawart nicht zu dem lebenslang zuverlässigen und treuen Begleiter, den sich der Mensch mit seinem Welpen wünscht. 

 

 


 

Bildung - die geistige Nahrung des Denkers

 

 

Bildungsziel: Mimik und Körpersprache 

 

 

Die Natur hat für den Konfliktfall vorgesorgt: mit vielseitigen Anlagen zu einer differenzierten Körpersprache und vielen Signalen. Diese müssen aber durch das Zusammenleben mit dem Menschen und anderen Tieren geweckt werden! 

 

Diese vorteilhaften Anlagen werden in der Welpenzeit im heimischen Wurf entwickelt und von der Hundemutter trainiert, also in der „Säuglings- und Krabbelgruppe" und im „Kindergarten". 

 

Die „Grundschule" durchlaufen die Welpen nach der Abgabe in einer Welpenstunde! In mancher Schule findet auch ein „Inklusionsprojekt" statt, d.h. ein erwachsener, gut versierter und ausgebildeter Hund „spricht" mit dem Nachwuchs und bringt ihm die verfeinerte Körpersprache bei oder der Nachwuchs schaut einfach zu! 

Für die Mehrheit aller Hunde ist nach der Grundschule jedoch die Bildung bereits zu Ende! 

 

 

 

Nach der „Grundschule" beginnt für manch auserwählten Hund der Lehrgang "Junghundeschule". Dieser könnte schon einen „Ersten Schulabschluss" mit sich bringen. In diesen Gruppen können Hunde Sozialkontakte und ihre Körpersprache und Mimik verfeinern. Für viele Hunde liegt der „Schulabschluss" leider schon zu Beginn der Pubertät, vergleichbar mit Kindern etwa der 4.-5. Klasse, also in einer Phase, in der die Pubertät im Gehirn eingeleitet wird. 

 

 

 

 

 

Vielleicht darf der Vierbeiner sogar an einem Kurs für den VDH-Hundeführerschein teilnehmen?  Der Kurs begleitet, wenn man früh beginnt, den pubertieren Hund und bildet einen geschützten Rahmen, in dem der Hund Standardsituation in der Öffentlichkeit und auf dem Hundeplatz kennen lernt und trainiert. 

 

Mit der Prüfung ist leider für die allermeisten Vierbeiner leider Schluss mit der Bildung, es geht in den Alltag und häufig in die Arbeitslosigkeit. Zu bedenken ist, dass die ausschließliche Arbeit in Haus, Garten oder Hof für einen sozialen, denk- und arbeitsfreudigen Hund wie den Hovawart in der heutigen Zeit nicht gerade geistig und sozial bereichernd ist. Wachen ist erlaubt, das Festhalten von aufdringlichen Besuchern aber nicht! Das wird häufig schon fälschlicherweise als Beißversuch beurteilt. 

 

Die Urkunde befreit den Hundebesitzer in vielen Gemeinden von der Leinenpflicht und ermäßigt u.U. die Hundesteuer. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bildungsziel : Sozialverhalten 

 

 

Durch Körpersprache und Mimik können Hunde ihre Kampfbereitschaft signalisieren. Oder sie senden dem Gegenüber Diskussionsbedarf, Friedensangebote oder Einladungen – immer in der Hoffnung, dass diese vom Gegenüber auch als solche Angebote verstanden werden. 

 

Hin und wieder brauchen sie aber auch uns. Meine Hunde dürfen dasjenige regeln, was gefahrlos in ihrem Horizont liegt. Für das andere bin ich zuständig: z.B. den Welpen einem heranstürmenden, ungehobelten und schlecht geführten Jungspund ohne Sicherheit durch seinen vertrauten Menschen auszusetzen, das ist der erste Vertrauensverlust, den ein junger Hund häufig erleben muss. 

Welpenschutz? Den gibt es nur in der eigenen Familie. Draußen herrscht das Recht des Stärkeren. Selten, dass der Stärkere ein Welpe ist. 

 

Trotz aller Tapferkeit des Hovawarts: 

Gefahrenabwehr ist Chefsache, also Aufgabe des Menschen!

 

Auf andere Hund direkt zuzustürzen - wenn auch aus Freude –  ist unhöflich, ungebildet und ungehörig.

Heranstürmende, frei laufende Hunde wie auch direkt auf den Welpen zugehende Menschen gehören freundlich aber bestimmt abgewiesen. Der Welpe wird zu seiner Sicherheit zwischen die Füße oder hinter den Rücken positioniert, indem man den Arm mit der Leine nach hinten einfach einen Schritt vortritt. Im Zweifelsfall verweisen die tapferen Menschen den fremden Hund mit entsprechender Mimik und Stimme, den Menschen verständigen sie mit entsprechend verständlichen Worten. 

 

Wir brauchen besonders in unserer Zeit gut gebildete Menschen, aber auch mindestens ebenso gut ausgebildete Hunde, die das heutige, nicht immer unkomplizierte Leben möglichst konfliktfrei und unbeschadet genießen können. Dieses ist nur möglich, wenn Hunde möglichst viel lernen dürfen, vor allem im Sozialverhalten gegenüber Menschen und ihren eigenen Artgenossen. 

 

Nicht umsonst wurde der einstige VDH-Hundeführerschein auch von der Tierärztekammer mit einem eigenen Programm als Idee aufgenommen und ergänzt, um der wachsenden Anzahl an Menschen gegenüber unfreundlichen Vierbeinern zu begegnen und Unfälle zu begrenzen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Begleithundekurs (BH)

 

endet mit der  ,,Fachhochschulreife". Die Prüfung befähigt schon zur weiterführenden Ausbildung im Hundeport.

 

Dieser Lehrgang ist wichtig, denn er hilft zu beweisen, dass der Mensch seinen Hund auch nach offiziell geltenden Regeln ausbilden kann – und so auch im Zweifels- oder Abgabefall von anderen geführt werden kann. Die abschließende Prüfung beweist für beide, den Hund und den Menschen, dass sie auch nervlich anspruchsvollen Aufgaben gewachsen sind.

 

Die Urkunde befreit den Hundebesitzer in vielen Gemeinden von der Leinenpflicht und ermäßigt u.U. die Hundesteuer. 

 

 

Im Glücksfall gibt es für einige Auserwählte noch eine Art Oberstufe mit oder ohne Abitur, meist im Bereich Sport! Turnierhundsport, Agility oder Rally Obedience, Mantrailing oder Gebrauchshundesport wie Fährte, Unterordnung oder Schutzdienst. 

 

Manch einer steigt jedoch auch schon als Junghund in den Sport ein, auch ohne Allgemeinbildung. Hm...

 

Ich meine, die so genannte Sozialisierungsphase sollte auch sozial genutzt werden - mit anderen Hunden und Menschen, nicht allein mit dem Menschen. 

 

 


 

Der weise Hovawart

 

Wer einmal einen Hovawart-Senioren hatte, der weiß, was mit dem Wort ,,weise" gemeint ist: dieser tiefe Blick ins Weite und Innere der Seele aus einem angegrauten Gesicht. 

 

Weisheit bezeichnet gemeinhin und vorrangig ein tief gehendes Verständnis von Zusammenhängen in Natur, Leben und Gesellschaft sowie die Fähigkeit bei Problemen und Herausforderungen die jeweils schlüssigste und sinnvollste Handlungsweise zu identifizieren.

Der Wortsinn von weise ist klug, erfahren, gelehrt, kundig.

 

Der alterweise Hund ist nahezu ein Spiegelbild seines Menschen. Er erkennt Situationen häufig schon, ehe sie der Mensch wahrgenommen hat, und besticht durch den Charme seiner ,,Allwissenheit". 

 

 

 

Nachbars Hovawart Nestor hat den kleinen Yaspar liebevoll angenommen (Fotos rechts). Jahre später erweist seinem alten und kranken Zieh-Opa alle Liebe und Ehre. Respekt- und liebevoller geht es kaum. (Foto links).

Bis ans Grab haben wir diesen charaktervollen Hovawart begleitet. 

 

Weisheit kann glücklich machen, denn ein alter Hovawart hat aufgrund seiner langen Reifezeit eine Fülle an Erfahrungen und Eindrücken sammeln können. Er kann zwischen wichtig und unwichtig eher entscheiden als ein junger.

 

Hovawart-Senioren können erstaunlich gut abwägen, wann sich eine „Diskussion" mit einem Artgenossen wirklich lohnt.

Haben sie eine differenzierte Mimik und Körpersprache durch den Umgang mit anderen Hunden erlernen dürfen, signalisieren sie häufig ein joviales „Passt schon".

 

Was ist im Alter am wichtigsten? Glücklich, satt, möglichst schmerzfrei, gesund und friedlich seinen Tag mit seinen Menschen harmonisch zu genießen.

 

Überschaubare Einheiten an Abwechslung und Anforderung. Auch mal ein Sprint halten Kopf und Körper fit. Ab und zu etwas Neues kennen zu lernen hält den Kopf fit und die Sinne wach! 

 

Unwichtiges stärker als notwendig zu beachten heißt wertvolle Energien zu verschwenden. Und damit wird man im Alter vorsichtiger.

 

Gelassen kann ein Hovawart-Senior Wichtiges erleben, ohne darauf äußerlich zu reagieren. Auch ein Jungspund kann für Fitness des Seniors sorgen, vor allem, wenn der Ältere sein Wissen bei der Ausbildung anleitend einbringen kann. Was im Gehirn des Großen derweil passiert, bleibt uns zwar verborgen, aber es bleibt aktiv! 

 

Was ein ,,Hovi-Senior" seinem neuen, kleinen Hausgenossen vermitteln kann, ist um ein vielfaches mehr, als ein Mensch lehren kann. 

 


 

 

Der Hovawart und das Maß 

 

 

Zu wichtigen Tugenden zählt die Mäßigung, d.h. sich selber ein Maß anlegen.

 

Hm,...schwierig,

schwierig,

schwierig beim Hovawart.

 

Mäßigung ist wohl die Tugend, bei deren Verteilung diese Rasse offenbar gerade als Türsteher beschäftigt war.

 

Aus der griechischen und lateinischen Übersetzung sind einige Begriffe konkurrierend: Besonnenheit, Beherrschung, Selbstbeherrschung. 

 

Offenbar schließt sich hier der hundephilosophische Kreis durch die Tugenden der Lebensphasen und wir scheinen wieder bei der Pubertät angelangt zu sein.

 

Aber auch hier bietet die Neurologie eine Einsicht: 

 

Maßhaltung setzt neurologisch wieder beim Stirnhirn an. Selbstregulation und Selbstkontrolle sind im jugendlichen Gehirn noch nicht voll ausgebildet und führen oftmals zu Übergriffen und maßlosem Verhalten – und so auch zu möglichen Konflikten.

 

Die Selbstregulation kann noch nicht funktionieren. Dann ruft der Mensch zur Mäßigung und Muße auf, indem man sich anschließend in aller Ruhe auf den Boden setzt und nichts tut, bis der Mini-Hovi sich beruhigt hat. Schafft man es nicht, hat man einen Irrwisch, bis der Kleine plötzlich völlig übermüdet in einen komatösen Schlaf fällt. 

 

Manche Zeitgenossen schaffen sich eigens dafür einen s.g. Zimmerkennel an, in dem der Hund sich zu beruhigen lernt. Ich steige lieber selber ins Beziehungsgeschäft ein und bin dann selber die Ruhe in Person. Das klappt immer! 

  

Wenn man den Hovawart als Gesamtpaket betrachtet, bleibt er bis ins hohe Alter maßlos: Die Gassigänge können nicht lange genug sein, der Napf ist nie genügend gefüllt, die Streicheleinheiten fallen immer zu knapp aus. Das Spiel ist immer zu kurz! Dafür gönnt man sich eben längere Ruhezeiten. Auch gut!

 

Aber auch uns Menschen fällt es manchmal schwer, an so schönen Tagen Abschied vom Paradies zu nehmen, wie auf den Fotos rechts zu sehen ist. 

 

Mäßigung und Selbstkontrolle klingen fremd für den Hovawart - sehr lange, manchmal lebenslang. 

Manche Menschen halten mit Unterordnung dagegen, andere erfreuen sich ebenso maßlos daran. 

 

 

Nicht überall gibt es solche Auslaufstrecken, in denen gefahrlos gerannt werden kann. Sehr schade, denn unsere beiden genießen den scheinbar endlosen Spurt, um die Glieder richtig zu strecken und auf Tempo zu kommen. 

 


 

So ein Sommertag am Meer lädt geradezu ein zur Maßlosigkeit für alle Sinne und Muskeln.

 

Nein, die Situation im Bild hatte keine negativen Folgen, bildete aber in Michels (rechts im Bild) Gehirn eine äußere Kontrolle und Bremse, solange die eigene noch nicht zuverlässig funktioniert. 

Dann liegt es in der Verantwortung des Menschen: einen Schlussstrich zu ziehen!  Wenn der Welpe nach gefühlten Stunden immer noch wild herumtobt, während die Kinder Remmidemmi veranstalten ist einfach Sendepause und Ruhe kehrt bei allen Beteiligten ein. 

 

Yaspar zeigt Michel deutlich, dass die Grenze erreicht ist. Phila suchte Schutz vor dem kräftigen und gleichaltrigen Pubertierenden. Michel hat es verstanden und lenkt ein. 

 

Ein junger Hund hat noch kein Maß. Er tobt weiter und ruht anscheinend in Sekunden aus, bis er in einen komatöden Schlaf fällt. Hier hilft nur der Mensch, auch mal vorher einzulenken, bevor gesundheitliche Schäden auftreten. 

 

 

 

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Phila auf Working Dog
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