Die Welpen - Teil 1

Vorwort

 

 Herzlich willkommen 

 

liebe Welpeninteressenten an Philas erstem Nachwuchs und zu unserem ersten Wurf.

 

Diese Seite wird ab sofort möglichst häufig aktualisiert!

Oben auf der Seite finden Sie die neusten Nachrichten, unten beginnt die Berichterstattung. 

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen! 

 

 

Ein kleines Vorwort: 

 

Wir bedanken uns bei allen, die ihr Interesse an einem unserer Welpen bekundet haben, für ihr Vertrauen.

 

Wir freuen uns sehr, dass es immer wieder auch neue Hovawart-Liebhaber gibt und ,,Wiederholungstäter".

 

Wir haben durch unsere Hunde in unserem Verein sowie in den beiden anderen Hovawart-Vereinen im VDH viele wunderbare Menschen kennen gelernt. In den letzten Wochen und Monaten sind durch unsere Wurfplanung wiederum einige hinzugekommen. 

 

Ganz besonders aber freuen wir uns darüber, dass Sie den Weg zu uns als einem der vielen Züchter in unserem Zuchtverein gefunden haben. Unserem Zuchtverein liegt nichts mehr am Herzen, als diese wunderbare Rasse in ihrer Vielfältigkeit zu erhalten und den Weg dorthin zu verbessern. Tagtäglich wird enorm viel Kraft, Energie und Freizeit investiert, um Ihnen demnächst einen wunderbaren und viel versprechenden Welpen als neues Familienmitglied zu ermöglichen. Dieses haben wir persönlich so erfahren. 

 

Sehr gerne möchten wir Sie als Mitglied in unserem Kreis willkommen heißen und Sie teilhaben lassen an dem Weg, der auch weiterhin viele neue Generationen an Hovawarten ermöglicht. Glauben Sie uns, keiner möchte die klassische ,,Vereinsmeierei", auch wir nicht. Deswegen arbeiten wir hart und engagiert in unserem Verein, um in unserer Freizeit und aus Überzeugung den idealen Familien-Hovawart zu züchten. Für Sie! 

Wir haben uns bislang alle Mühe gegeben, nun sind Sie an der Reihe, mit einem Welpen auch unseren Kreis zu unterstützen, als passives oder aktives Mitglied. Die Rasse Hovawart wird es Ihnen danken, denn nur durch eine große Zuchtgemeinschaft ist auch eine breite Zuchtbasis und ihr künftiger Fortbestand möglich. 

 

Denken Sie vielleicht einmal darüber nach? Denn auch wir sind ein (Hunde-)Leben lang für Sie und den Hovawart, den Sie aus unserer Zucht übernommen haben, da – mit Rat und Tat, in guten und in nicht so guten Zeiten ganz besonders.

 

We proudly present:

 

Unser A-Wurf in Einzelporträts zum Anklicken. 

 

 

Die 4. Woche in Schnappschüssen im Außenbereich. 

 

Die schwarzen ,,Frackträger" werden nachgeliefert, denn sie sind nicht ganz so leicht ins rechte Licht zu setzen. 

Die 3. Woche: Aada, Aaltje, Aemil, Aenna, Aja, Ajus, Artje

 

Die 2. Woche

 

 

Die 1. Woche

Mittwoch, 05. Juni 2019, der 29. Tag 

 

 

 

Am Rande...

 

03:33 Uhr 

Hungerklagen ertönen aus der Welpenbox. Ajus stirbt vor Hunger – bei den Mahlzeiten ist er schneller satt als die anderen. Aufgestanden, Welpenmilch ins Schälchen. Ajus wird satt, er hat aber keinen zum Spielen. Er quiekt, sucht Kontakt. Bevor er alle anderen aufweckt, nehme ich ihn heraus, kuschele mit ihm, setze ihn vorsichtig zurück. Er schläft ein. Mein Mann wacht auf, kommt herunter und schaut nach dem Rechten. Nun ist ja alles in Ordnung.

 

03:50 Uhr

Yaspar sucht seinen Platz nun erstmalig seit dem Eintreffen der Welpen in unserem Welpendomizil. Ein Donnergrollen hat ihn zur Pflicht gerufen, mir in während eines Gewitters beizustehen: Er besetzt das Sofa und beobachtet die Szenerie. Phila bietet in der Kiste einen Mama-Snack an. 

 

04:15 Uhr

Wie niedlich sind die Kleinen! Wie unschuldig und schutzbedürftig. Ein verliebtes Grinsen und mein Handy macht einmal, zweimal und dreimal leise Klick. Ein Filmchen bin ich noch einem zukünftigen Welpen-Elternpaar schuldig. Der versprochene Prinz Charming liegt gerade so süß. Leider hört er sofort auf sich zu räkeln, bevor ich auf den Auslöser drücken kann. Noch ein paar Klicks und das Handy ist mal wieder im roten Akkubereich. Schnell noch ein paar Fotos als Guten-Morgen-Gruß verschickt. 

 

04:45

Alle schlafen. Ich bin nun wach. Gute Zeit zum Aufwischen des innerhäuslichen Welpenauslaufs. Die Vögel zwitschern, es dämmert langsam. Die Waschmaschine ist fertig und piept. Phila und Yaspar stehen an der Tür, günstige Zeit für einen Morgenrundgang im Garten. Die Gewächshaustür kann ich auch gleich öffnen und die Tomatenstäbe fehlen auch noch. Auch sie werden noch schnell gesteckt. Die Nacht ist endgültig zu Ende. Es wird hell. 

 

05:15 Uhr

Der Wäschekorb wird geleert und die Wäsche- und Deckenstapel sind wieder vollständig. Aenna wird wach und will auch gekuschelt werden. Langsam strecken sich auch Aadas und Aaltjes Beinchen. Aada sucht sich bei Artje einen neuen Schlafplatz, während Aaaltje anfängt, mit einem Plüschtierchen zu spielen. Aemil hängt quer über dem Kuschelkissen. Zeit für einen Kaffee. Ein zweiter folgt. 

 

05:30

Kleines Bellen, Muffen geht über in ein aufgeregtes Ach- und Wehklagen: Frühstückszeit! Der Welpenmagen ist leer. In der Küche ist noch warmes Wasser vom Kaffee für das Anwärmen der Schale für die Ziegenmilch als Vor-Frühstück. Gierig fallen sie über diesen leckeren Drink her.

Das gibt volle Energie für ein ausgiebiges Gespiele und Gerangel in der Box. Zeit zum Öffnen des Türchens. Alle verteilen sich flugs über das Welpenzimmer und suchen sich einen geeigneten Ruheplatz. Ein anderer schafft es gerade bis zum Klo, aber nicht mehr hinein und muss sich davor lösen. Aada schafft es und piescht vorbildlich am Rande. Braves Mädel. Aja folgt und dann Aemil. Aenna zieht diesmal Pinkeln im freien Raum vor, weil Artje sie beim Hinsetzen im Klo durch seine Spielaufforderung stört. Häufchen der anderen werden aufgesammelt, Pfützchen aufgewischt. Ajus entschließt sich lieber im Klo zu pieschen als auf dem Fußboden. Seine bleiben also trocken. 

 

06:02 Uhr

Es kehrt allgemeine Ruhe ein. Jeder hat seinen eigenen Schlafplatz gefunden, manch einer in Gesellschaft. 

Ich denke, ich schreibe mal einfach auf, was hier so binnen 3-4 Stunden passiert. Für diejenigen, die noch nie einen Wurf hatten (so wie ich) und diejenigen, die gerne einen stubenreinen, gesunden, fröhlichen, menschenfreundlichen  und lebenslustigen Welpen haben möchten. 

 

06:56 Uhr

Artje liegt zu meinen Füßen unter dem Schreibtisch, Aja und Aaltje gesellen sich dazu. Die anderen vier rangeln farblich konträr jeweils zu zweit miteinander. Nun geht Ajus ins Klo und prüft zuerst die Düfte, wedelt kräftig mit der Rute und entschließt sich zu einem Häufchen. 

 

07:05 Uhr

Der Tag kann jetzt beginnen: Alle sind fröhlich, putzmunter Ich liebe diese kleinen Monsterchen. 

 

Schlaf? Völlig überbewertet. Bei so viel Grinsen werden massenweise Endorphine ausgeschüttet und diese lösen bekanntlichermaßen Glücksgefühle aus. Schnell noch ein Pfützchen weggewischt und schon schläft die Meute wieder. Ach, Ajus will doch noch etwas spielen, wirft Aemil um und verzieht sich zum Weiterschlafen. 

 

07:16 Uhr

Ich nehme Kaffee Nr. 3. Es ist Zeit zu frühstücken. Mittlerweile liegen vier Welpen an meinen Füßen an meinem Schreibtischchen mitten in der Welpenstube.  

Ich importiere noch einmal schnell die Handy-Fotos in die Galerie...

 

Guten Morgen! 

P.S.

In drei Stunden ist Aada genau 5 Wochen alt. Die anderen kamen ein paar Minuten bis 3 Stunden später. 

 


Montag, 03. Juni 2019, der 26. Tag 

 

 

 


Viel Besuch hatten wir in den letzten Tagen, so dass die Homepage leider das Nachsehen hatte.

 

Die freie Zeit über Himmelfahrt haben unsere neuen Welpeneltern genutzt, um ihren vierbeinigen Sprössling zu besuchen. Mit Flugzeug und Auto kam sie aus dem Süden, Osten und Norden, um die kleine Rackerbande live zu erleben. Wir bedanken uns herzlich für den Besuch, die vielen nützlichen und schönen Mitbringsel für Mensch und Hund und vor allem die helfenden Hände bei der Fütterung und  Versorgung mit Kuchen! 

 

Bis auf eine Familie kannten wir alle bereits vorher, so dass es ein herzliches Wiedersehen wurde, in dem diesmal allerdings die Welpen im Vordergrund standen. Dass sich auch noch Artje als "Hovi-Mädel" getarnt in Gabys und Damian Herz schummelte, als seien sie schon immer seine Herzenseltern, ließ uns alle in Erstaunen zurück. Unfassbar. So etwas haben wir noch nicht gesehen oder erlebt! 

 

 

Und doch gibt es auch in den herrlichsten Zeiten manchmal einen Wermutstropfen: Es ist Aaltje.

 

Nein, sie ist nicht krank! Sie verursachte in uns allen Kopf- und Bauchschmerzen! Sie ist so bezaubernd, dass sich gleich mehrere, vor allem die Kinder in die kleine Hündin verliebt haben! Sie hätte in mindestens vierfacher Ausführung vorhanden sein müssen! 

 

Was können wir tun? Wem können wir sie anvertrauen? Allen! Aber nur eine Familie wird sie bekommen können. Wir haben uns entscheiden müssen, haben nach vielen Abwägungen der Argumente einen Schluss gezogen und müssen einige Kinder enttäuschen, andere freuen sich riesig! Wie bitter ist das, wie schön ist das! ,,Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust", ließ schon Goethe seinen Doktor Faustus sagen.

 

 

 

 

 

4. Juni 2019

 

Aada,

unsere erstgeborene, pechschwarze Perle, ist ein anmutiges, immer fröhliches und gleichmütiges Hovi-Mädel, ausgeglichen und schon jetzt wie ihre Geschwister sehr menschenbezogen. 

 

Sie bringt aber auch rassentypisches Temperament mit und zeichnet sich dadurch aus, dass sie mit allen anderen eine konfliktfreie Harmonie bevorzugt, ohne dabei unterwürfig zu sein. Sie ist durchaus als sportlich orientierter Familienzuwachs geeignet und ist wie ihre Mutter immer gerne mitten im Geschehen dabei. 

 

Wir freuen uns, nach einem bewegenden Besuch und inniglichen Schmuseeinheiten mit Aada mitteilen zu können, dass sie in unserer Nähe bleiben wird, zusammen mit Elisabeth, Antoni und Leon, die bereits seit November auf ihren Welpen von Phila hoffen.  

 

Wir sind sehr glücklich, vor allem mit der neuen Familie, denn sie wird dort ein glückliches Leben haben. Dass auch Leon und Antoni traurig waren, als sie Aaltje nicht bekommen haben, wollen wir nicht verschweigen. Umso mehr wünschen wir ihnen allen sehr viel Vorfreude auf ihr neues Familienmitglied. Sie werden Aada bestimmt noch einige Male besuchen kommen und sich von ihr beschmusen lassen, bevor unser schwarzes Samtmädel reif für den Umzug ist. 

 

 

Um hier nur ein Highlight herauszugreifen, dies war die erste Zufütterung. Leckeres Wild-Hackfleisch gab es aus der Hand gefüttert: Wir kamen aus dem Staunen nicht heraus, wie gierig die Häppchen in den kleinen Mäulchen verschwanden. Zum Fotografieren war dabei keine Zeit!

 

Das Foto zeigt die erste Mahlzeit frischen, gewolften Seelachs, den uns eine zukünftige Welpenmutter mitbrachte. Die Tischmanieren sind noch nicht ausgreift und lassen noch Raum für Philas Einsatz, die schon mit tropfendem Mäulchen mit mir am Rande steht. 

 

Zwischenzeitlich gibt es jetzt täglich Ziegenmilch, damit Phila entlastet werden kann. Ihre Mahlzeiten bietet sie immer häufiger auch im Stehen an. So müssen sich die Kleinen recken und strecken, um die nahrhafteste und wichtigste der Futterquellen erreichen zu können. 

 

 

 

Viele Füße und dazwischen 7 Welpen. Schutz vor der reichlich warmen Sonne war gestern angesagt. Mittendrin im Geschehen dabei zu sein ist für alle Welpen das Highlight des Tages. Füße und Hände zu spüren und zu riechen, unterschiedlichste Stimmen zu hören und die vielen Bewegungen zu sehen, regen das Gehirn an und prägen es für das künftige Leben. Und von neuen Eindrücken können sie nie genug haben, denn neugierig sind sie ohne Ende. 

 

Das Leben mit unseren Welpen und Mama Phila ist so vielseitig, so Atem beraubend spannend und belebend, dass es schon schwer fällt, zwischenzeitlich mal einkaufen zu fahren.

 

Unsere Welpen-Nanny Angelika macht es möglich, dass wir auch zwischenzeitlich noch ein paar Stunden arbeiten dürfen. Denn am häuslichen Schreibtisch ist dafür wenig Gelegenheit und Konzentration möglich. Unser herzlichster Dank gilt unserer lieben Freundin, die uns während der Woche hier so liebevoll unterstützt. Ohne sie wäre es uns kaum möglich gewesen, diesen Wurf zu planen, aufzuziehen und zu betreuen, ohne sie gelegentlich allein zu lassen, was uns widerstrebt. 

 

Max und Socke, unsere Kater, halten sich sehr diskret zurück und werfen allenfalls mal einen Blick im Vorbeigehen auf die muntere Schar. Opa Yaspar ist der Beschützer und Wächter im Hintergrund. Seine Rolle ist die des Grandseigneurs, der sich vornehm im Hintergrund aufhält und Haus und Hof, Welpenfamilie und unser aller Wohlergehen im Blick behält und damit Phila entlastet. 

 

 

Mittwoch, 29. Mai 2019, der 21. Tag 

 

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Aufregend wird dieser Tag vor allem für unsere Welpeninteressenten, die das erste Mal ihre(n) Favoriten live erleben. Was werden sie fühlen und denken beim Anblick der für uns mittlerweile groß gewordenen, aber trotzdem noch kleinen Welpen? Einige haben schon beim Anblick der Fotos einen Favoriten auserwählt. Wird diese erste Wahl dem Live-Erlebnis standhalten? 

 

Süß sind alle Welpen, unsere nicht mehr oder weniger.  Aber wenn es der eigene Welpe werden kann, ist es vielleicht etwas anders? Wir erinnern uns an den ersten Besuch bei Yaspars und Philas Züchtern. Unvergesslich waren diese Momente. 

 

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Die Schlafphasen nehmen immer noch den überwiegenden Teil des Tages ein. Doch die Wachphasen werden deutlich länger. Dann werden die Geschwister angestupst, überrollt, ins Ohr gekniffen und schon etwas gerangelt, aber alles in friedlichem Rahmen.

 

Und so sind auch die ersten ,,Fremdkörper" in die Welpenbox eingezogen. Philas einstige Welpengefährten haben zwar nicht alle überlebt, aber einzelne Exemplare sind durchaus auch heutzutage noch attraktiv für die nächste Generation. Mitspielen darf jeder, meist werden sie - wie hier von Aemil – aber als Kuschelunterlage genutzt. Verteidigt wird die ,,Beute" noch nicht. 

 

Die Rückenlage (s.u.) ist beim Schlaf nur vereinzelt über längere Zeit zu beobachten. Aenna hat so viel Ruhe und Kraft in sich, dass sie es sich erlauben kann, diese Lage über längere Zeit entspannt auszukosten. 

 

Viele Male täglich verbringe ich kurze oder längere Zeit bei den Welpen. Haben sie mich vormals als Hindernis auf dem Weg zur Mama empfunden, bin ich mittlerweile zum alternativen Ziel geworden, wenn sich Phila außerhalb der Wurfbox aufhält, was sie in den letzten Tagen häufiger tut. Unvergesslich werden diese Momente sein, denn das Vertrauen, das die Kleinen zeigen, ist beeindruckend und berührend. 

 

Noch leben sie in den Tag hinein, in der Box, in der sie geboren wurden, in ihrem Zuhause. Doch haben wir sie alle schon einmal auch in unseren oberen Wohnbereich entführt.

Nun sind sie schon so groß, dass der Platz an der Milchtheke eng und enger wird und die Zitzen immer schneller leer werden. Das eine oder andere Mal holen wir sie deshalb auch in kleinen Grüppchen oder vereinzelt nach oben und lassen sie ohne Zitzengedrängel in Ruhe trinken.

 

Yaspar liegt ganz entspannt im Hintergrund. Die Kater liegen entfernt, schauen neugierig mal im Vorbeigehen zu uns rüber, haben aber einen recht natürlichen Respekt vor dem ungewohnten Geschehen. 

 

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Phila ist völlig gelassen und vertraut uns und den anderen Vierbeinern. Yaspar liegt zwar mal unten auf seinem Stammplatz vor dem Kamin, hat aber bislang den Wurfraum nur einmal bei der Geburt betreten, einmal an einem Welpen geschnuppert, um gleich den Rückzug anzutreten.

 

Vielleicht hat er seinerzeit schon schon geahnt, dass er in den nächsten Wochen nur die Hintergrundrolle spielen wird. Völlig gelassen nimmt er alle Veränderungen hin, aber auch mit Freude zwischenzeitliche Streicheleinheiten. 

 

 

Nicht immer ist das bislang tägliche Wiegen in der Küchenwaage so entspannt. Je nach Zeitpunkt wird die Schale dankbar für ein Schlummerchen angenommen, alternativ vehement mit Protest als unzumutbar fluchtartig verlassen. 

 

Verlässliche Daten lassen sich so nicht auf Dauer ermitteln, so dass mittlerweile eine Handwaage (Kofferwaage) eingezogen ist, an die eine geräumige Tasche angehängt wird. Diese Lösung hat sich als entspannend erwiesen. 

 

 

Randplätze sind ebenso beliebt wie Mittelplätze. 

Es wird gewühlt, untergraben, versteckt oder einfach in sicherer Rückenlage angekuschelt geschlafen. Auch unter der Decke ließ sich manch einer nach vergeblichem Zählergebnis wiederfinden – als Beule getarnt.

 

 

 

Heute habe ich es erstmals geschafft, allen Welpen nacheinander alle Nägel zu schneiden – vorne und hinten. 

Selbst Ajus, der gerne selbst entscheidet, was er jetzt tun möchte, hat sich in der Kuscheldecke als wahrer Charmeur erwiesen und wollte die Kuschelecke auf meinen Beinen  gar nicht mehr verlassen. 

 

Bevor die Nägel zu lang werden und die empfindlich weiche Haut an Philas Milchbar verletzen, war der Kauf einer stärkeren Brille eine gute Entscheidung, so dass ich auf der Basis einer guten Mahlzeit und einer selig schlafenden Bande zügig und sicher arbeiten konnte. 


Samstag, 25. Mai 2019, der 18. Tag 

 

Angelangt sind wir nun in der Mitte der so genannten Übergangsphase der Welpenentwicklung, der Transitionalen Phase, die bis ca. 21./23. Tag andauert.

Die Augen sind geöffnet, aber noch in der Entwicklung, die erst im 3. Monat vollendet wird. 

Die Ohren öffnen sich nun auch langsam, das Hörvermögen ist aber erst mit ca. 3 Monaten voll entwickelt. 

 

Deutlich haben die Welpen an Mobilität gewonnen. Hindernisse, wie z.B. meine ausgestreckten Beine, werden überkrabbelt oder als Schlafplatz genutzt, auch werden die Plüschdecken gerne an den Rändern unterwandert. Nun wird die Box bereits auf gestreckten Beinchen durchquert. Die Geschwindigkeit hat deutlich zugenommen. 

 

Sehr deutlich und weit hörbar sind ihre Stimmen: Bellen, Knurren und Grunzen, aber auch genüsslicher Singsang begleiten mich Tag und Nacht. Manchmal wird die Stille zwischendurch jäh durch einen Aufmüpfer durchbrochen – irgendeiner  hat vielleicht geträumt? 

 

Wichtig und deutlich ist jetzt Philas Ziel, die Frustrationstoleranz zu fördern: Ganz deutlich und nachhaltig müssen die Kleinen schon rufen, klagen und protestieren, damit sich Mama auf den Weg in die Kiste macht. Aufmerksam sind Philas Ohren allerdings ständig. Jammerlaute sind häufiger, Klagelaute nehmen deutlich zu, wenn der Magen der Lütten sich zu leeren beginnt, ernstlich bedroht klingende sind jedoch meist nicht zu vernehmen, dann ist Phila sofort zur Stelle und prüft die Lage. 

 

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Kuschelstunden in der Welpenkiste gehören zu meiner Lieblingsbeschäf-tigung. Dabei ist natürlich das Handy immer dabei, um möglichst schnell und praktisch fotografieren zu können und auch gleich zu verschicken, so dass alle Welpeninteressenten aktuell informiert werden können. Die Homepage muss dann etwas warten. 

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Schlummerstunden werden von uns gerne genutzt, um das Äußengelände für den nächsten Entwicklungs-abschnitt zu erweitern. 

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Noch schlafen sie die meiste Zeit des Tages, noch bilden sich jede Menge Nervenverbindungen aus, es zuckt hier und dor.t. Noch rucken die Körperteilchen der Kleinen, sind dann mit unterschiedlichsten Lauten unterlegt. 

 

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Deutlich sind die Unterschiede zwischen der 1. und der 3. Lebenswoche nicht nur an den Gewichten zu erkennen: Auffällig sind die Veränderungen an den Köpfen, sie strecken sich zunehmend, der Fang wird länger. Auch die Zähnchen sind zu spüren, wenn die Welpen an meinen Fingern saugen. 

 

Sauberkeit ist bei Phila Mutterpflicht Nr. 1: So inspiziert sie zuerst die Wurfkiste und reinigt sie ggf. von den Hinterlassenschaften, bevor sich die Meute an den gedeckten Tisch begeben darf. Vor dem Säugen werden die Kleinen auch immer sorgfältig geleckt und gereinigt, auch wenn sie schon selbstständig kleine Häufchen und Pfützchen absondern. Dabei suchen sie meistens den kleinen Teil der Wurfkiste auf, also konzentrieren sich schon auf eine bestimmte Ecke. 

 

Auffällig ist auch das Haarwachstum. Bei den Blonden muss ich zur Identifizierung das Haar zur Seite streichen, um die Farbe des Halsbandes zu erkennen. Bald sind übrigens auch neue fällig, denn der Halsumfang hat erheblich  zugenommen. 


Mittwoch, 22. Mai 2019, der 15. Tag - das Licht der Welt

 

 

 

Artje hat als erster heute morgen die Augen geöffnet. Offenbar war er selber so sehr darüber verwundert, dass er erst einmal loskrabbelte, um die für ihn nun sichtbare Umgebung zu erkunden. Die anderen konnten die Aufregung nicht verstehen, krabbelten aber quiekend mit ihm los, so dass Mama Phila sich genötigt sah, die Jungs und Mädels erst einmal zum Frühstück einzuberufen. 

 

Wenig überzeugend ist immer noch für die Lütten, dass man sich vor dem Frühstück auch noch Mamas Putzaktion unterziehen muss. Manch einen Strategen, der meint sich Mamas Zungenbad durch einen geschickten Umweg hinter ihrem Rücken entziehen zu können, erwischt es dann aber kalt mit genüsslich vollem Mäulchen. Mamas Riecher kann keiner entkommen. Notfalls wird er auch kurzfristig von der Zitze abgezupft. Sauberkeit muss sein! 

 

Als nächstes folgte Aaltje (Foto) kurz vor Mittag mit dem ersten Blick in die Sonne. Offenbar war sie etwas geblendet, denn kurze Zeit nach dem 3. Frühstück fiel sie um und erholte sich erst einmal kontrastreich auf dem Rücken von Aada und Ajus (Foto). 

 

Als Dritte im Bunde öffneten sich Aja Augen. Wer in unserem Hause nun dachte, dass die Sehenden nun fröhlich in die Welt schauend alles erkunden wollten, sah sich getäuscht. Schnell fielen die Augen wieder zu. Auch in dieser Zeit verschlafen die Kleinen immer noch rund 90 % des Tages.

 

Die Dame und der Herr im schwarzen Frack sind noch etwas mit sich selber beschäftigt. Aemil und Aenna ruhen auch noch lieber in sich und trauen ihren anderen Sinnen mehr zu. Morgen ist der 16. Tag. Sonne ist nicht angesagt. 

Dann heißt es mit Humphrey Bogart ,,Schau mir in die Augen, Kleines!"  

Bestimmt! 

 

 

Von Black Power kann man in unserem Wurf wohl nicht gerade sprechen. Eher von Black Beauty. Aada und Ajus sind einfach  wunderschön. Aada bezaubert durch ihr seidenweiches Haar und ihre Anmut.

 

Immer gut gelaunt und selbst an der Milchtheke gleichmütig, aber durchaus zielstrebig, tappt sie weiterhin auch noch im Dunkeln. Vielleicht sehen wir mal morgen früh nach? 

 

Auch Ajus ist noch eher gewillt, sich seine kleine Welt mit anderen Sinnen zu ertappen. Er ist einfach auch ohne Sichtfeld präsent, stapft selbstbewusst umher und ist sich selber genüge, sucht aber auch den Kontakt zu den anderen, eigentlich wie alle in diesem Wurf.

 

Kraftvoll zeigt er sich an Mamas Theke. Mit starkem Sog entzieht er sich die Menge warmer, weißer Milch in kürzerer Zeit als manch anderer. Satt schlägt es sich eben besser. 

Nachdem die Mama und Geschwister ausgiebig in jeder Körperlage erobert wurden, bin nun ich dran: Aalte, das kleine Herzchen, machte es sich bequem, meine kleine Queen. Die anderen lagen rechts und links daneben, eine Etage tiefer. Mehr als eine Stunde habe ich es in dieser Lage ausgehalten, weil sie sich so wohlfühlen, dass ich mich nicht regen mochte. 

 

 

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Bildung ist notwendig, denkt auch Aenna. Und ein Buch ist schließlich nicht nur zum Blättern und Lesen da, sondern bietet auch ein prima Kurzzeit-Bett für einen Mini-Hovawart. 


Sonntag,19. Mai 2019, der 12. Tag

 

 

Die sieben Zwerge sind eigentlich in etwa 2 Tagen reif, ihre Augen zu öffnen. Noch tappen sie im Dunklen, folgen im Wärmesinn und trainieren ihren Orientierungssinn. Der Tastsinn ist bereits einige Tage nach der Geburt bereits voll ausgebildet. 

 

Die Jalousie ist geöffnet, die Sonne scheint, wir warten ab. Die Natur arbeitet auch ohne unser Zutun. Stattdessen haben wir Einzelporträts aufgenommen. Deutlich entwickelt sich das Pigment an der Nase und an den Fußballen. Das Haar wächst, so dass die Halsbänder nicht mehr ganz so deutlich zu erkennen sind. Detilich sind schon die Ansätze kleiner Fahnen an den Beinchen zu sehen. 

 

Mobilität ist jetzt angesagt. Die Kiste ist in beiden Teilen jetzt geöffnet, so dass sie schon längere Strecken zielstrebig ansteuern, um ihre Lieblingsplätze zu erreichen. Satt und zufrieden liegen sie verstreut irgendwo, mal suchen sie Kontakt, mal liegen sie allein. Deutlich sind sie gewachsen und schwerer geworden. Wenn Phila sich nun das Plätzchen zum Hinlegen aussuchen kann, krabbeln sie Welpen schon recht zügig durch die Wurfkiste um an die möglichst besten Zitzen zu kommen. 

 

 

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Gestern haben Artje, Aemil und Aja erstmals meine ausgestreckten Beine überwunden, um zur Tankstelle Phila  zu gelangen. Ajus hat den Weg hinter meinem Rücken gewählt, Aaltje hat sich erst einmal angekuschelt und abgewartet, ob sich die Sperre nicht von allein öffnet, Aada wiederum ist zielgerichtet darüber geklettert. Aenna hat sich erst gar nicht auf den Weg gemacht, weil sie sich gerade vorher satt getrunken hatte.

 

Literaturtipp: Ein guter Start ins Hundeleben, Gansloßer/Krivy (s. unter Menüpunkt Literatur)  

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Körperkontakt ist noch das wichtigste: Wohlgefühl, Entspannung und Mama-Ersatz für ihre Auszeiten, die sie braucht, um Kräfte zu sammeln. Noch wird die Wärme durch den einen dafür zuständigen Sinn wahrgenommen, der später durch den optischen Sinn ersetzt wird. 

 

 

 

. Aber auch meine Nähe wird zunehmend gesucht, ein Zeichen für die beginnende Erweiterung der Wahrnehmung in dieser Entwicklungsphase, in der zunächst der Wärme, Tast- und chemische Sinn ausgebildet sind und in wenigen Tagen durch den Sehsinn erweitert werden. 


Die Öhrchen werden teilweise hochgeklappt getragen, teilweise angeklappt. Ab dem 17. Tag kann es Vibrationen und Töne ins Gehirn weitergeben. Voll entwickelt ist es erst im Alter von drei Monaten. Also sind bis dahin der Ruf und andere Kommandos besser mit Körpersprache zu unterstützen. 

 

Alle Welpen haben gleichmäßig zugenommen und liegen mit 100 g Differenz eng zusammen. Rund sieben Kilo wogen sie gestern zusammen.

 

Stetig ist Philas tägliche Ernährungszufuhr quantitativ anzupassen. Frischer Pansen, frisches Lammfleisch mit Knorpel, angereichert mit einem Mix aus Goldhirse, Quinoa, Amaranth, Haferflocken, Reis, Kartoffel oder Nudeln, mal eine mit unterschiedlichen Ölen und Körnern angereicherte Dose Rinti Lamm oder Ziege, Lammrippchen, Hühnerschenkel, auch mal Platinum mit Lamm und Reis, sie nimmt alles gern. Fisch, genau Seelachsfilets sind ein besonderer Leckerbissen und locken alle unsere Haustiere an (s. Kapitel Ernährung ganz unten auf der Seite: Klick hier). 

 

Im Gegenzug produziert sie viel Milch, Haar und Augen glänzen, die Kräfte werden auch für kurze Spieleinlagen genutzt. 

Aber Phila genießt auch zwischendurch vermehrt die Ruhe im Schlaf unter meinem Schreibtisch, auf dem Sofa ;-) gegenüber oder neben der Wurfkiste. Ruhe und Schlaf braucht auch sie! 

 

Seit gestern haben wir wieder unsere kleine Runde durch den Wald aufgenommen, auch mit unseren kleinen Spielchen.  Sie ist gerne mitgekommen, hat aber den kurzen Rückweg eingeschlagen. Die Mutter muss dann doch schnell zu ihren Kindern zurück. 

 


 

 

 

Freitag,17. Mai 2019, der 10. Tag

 

 

Wissenswertes (aus Ein guter Start ins Hundeleben, Gansloßer/Krivy 2014, S. 112 ff, Müller-Rüschlikon) 

 

Muskelzuckungen zeigen eine erhöhte Aktivität im Zentralen Nervensystem an. Studien an neugeborenen Ratten haben gezeigt, dass diese Bewegungen in der  Schlafphase die Gehirnentwicklung und das Verhalten beeinflussen. Beraubt man neugeborene Ratten ihres Schlafes, zeigen sich später eine geringere Entwicklung des Gehirns und Verhaltensstörungen. 

 

Die wichtigsten Entwicklungsprozesse im Gehirn spielen sich in den ersten 6 Wochen ab. In diesem Zeitraum nehmen die Neuronen (Nervenzellen) enorm zu. Diese bilden die eigentliche ,,Rechenleistung" des Gehirns. Auch die Dendriten, die Verbindungen zwischen den einzelnen Gehirnzellen, wachsen in überwiegend in den ersten Lebenswochen, bedeutsam in der 3. und 4. Lebenswoche.

 

Später erfolgt der vermehrte Bau der ,,Fernstraßen", – in einigen Teilen des Gehirns bis zum 2. und 3. Monat: Diese Verbindungswege werden durch Nervenfasern gebildet und durch Myelinscheiden umhüllt und damit isoliert. Diese s.g. Myelinisierung ist verantwortlich für die Geschwindigkeit, mit der Nervenreize ins und im Gehirn weitergeleitet werden. Die Phase des ,,Isolierungsschutzes der Nerven" beginnt in der 4. - 5. Woche und zieht sich mindestens bis in die 10. Woche hin. Hierfür werden möglichst viele Hilfszellen benötigt, welche die Versorgung mit Energie und Nährstoffen übernehmen. 

Die Wachstumszeit der Helferzellen ist am stärksten zwischen der 3. und 5. Woche. Auch diese Hilfszellen bilden wiederum Auswüchse, um die Gehirnleistung zu verbessern. 

 

Abschließende Bemerkung: 

Um all diese Prozesse zu berücksichtigen bedarf es einer verständigen und verständnisvollen Aufzucht. Um diese zu gewährleisten, sind in unserem Zuchtverein wie auch in den anderen beiden Hovawartzuchtvereinen im VDH Schulungen in Seminaren für Züchter verpflichtend!

 

Darüber hinaus steht den Züchtern heutzutage nicht nur eine umfangreiche Bücherwelt zur Verfügung, auch Spezialliteratur, die aktuelle Forschungsergebnisse beinhaltet, sondern auch Webseiten anerkannter Forschungsinstitute. 

Das Foto rechts zeigt Phila mit Aaltje. Offenbar hat Leon einen besonderen

Gefallen an der kleinen Hündin gefunden.

An dieser Stelle also ein besonderer Gruß an den jungen Mann,

der mit seiner Mutter bereits unseren Hundeplatz besucht hat.  

Kuscheln,

 

das s.g. Kontaktliegen hält warm, stellt Bindung her, verstärkt Verbundenheit und gibt Sicherheit. Blicke in die Welpenbox verraten immer wieder neue Gruppierungen. Mal kuschelt Aaltje mit Ajus, mal mit Aenna. Aja ist auf den Fotos mit Aemil zu sehen, aber auch mit Aja und Aenna. Aenna liegt gern manchmal allein, aber meist kommt ein anderer angerobbt und legt sich dazu oder sie wandert in eine andere Gruppe. 

Manchmal liegen sie in Zweiter-oder Dreiergruppen, manchmal bilden sie eine große Gruppe. 

 

Nicht immer liegen die 7 Zwerge eng zusammen, manchmal verirrt sich nämlich einer auf der Suche nach anderen Kollegen oder seiner Mama, wie links der kleine Artje, und wird vom Schlaf überrascht. Vielleicht durch Muskelzuckungen, man könnte meinen durch Träume erwacht er, robbt zu einem Kollegen und fällt gleich wieder in einen komatösen Schlaf. 

 

90 % des Tages schlafen die Welpen, geben dabei vielerlei unterschiedliche Grunz- oder Pieplaute von sich. Manchmal hören sich die Laute auch ärgerlich, fiepend oder jammernd an. Für eine differenzierte Geräuschkulisse ist so jederzeit gesorgt. 

 

Ist der Bauch leer, geht allerdings das ganz große Gejammer los: Einer beginnt, der zweite folgt und wenn Mama Phila nicht sofort zur Stelle ist, was aber meist nicht passiert, dann gerät die gesamte Meute in ein herzzerreißendes Wehklagen. Entweder robben sie dann suchend durch die Box oder Mama lässt ihre Ruflaute ertönen und gibt die Richtung vor, wenn gerade einer am Saugen ist. 

 

Die Zeit der Stille lässt schon manchmal aufhorchen und nachschauen. 

 


Dienstag,14. Mai 2019, der 7. Tag

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Eine Woche ist Philas Krabbelgruppe nun alt. Gut zugelegt haben sie zwischenzeitlich. Die kleinen Bäuchlein sind rund und reichlich gefüllt, der Appetit ist groß. 

 

Das Pigment an den Füßchen bildet sich aus. 

 

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Immer wieder gruppieren sie sich neu. Noch gibt es keine erkennbaren und wiederkehrenden Cliquen. Es wird spontan entschieden, ob es sich bei dem einen oder besser dem anderen das momentan ideale Plätzchen finden lässt. 

Am Rande

 

Klägliche Töne waren soeben zu vernehmen. Aemil hatte sich verlaufen! Weiter und weiter krabbelte er, um die Kollegen oder die Mama zu finden, aber die Kiste ist groß und so lief und lief er, klagte schließlich sehr bitterlich, bis die Mama, die gerade zu meinen Füßen unter dem nahen provisorischen Schreibtischchen liegt, ein Einsehen hatte und ihn mit ihrem ,,ühm, ühm, ühm" rief. Fast eilig kehrte der Abtrünnige um und kam Mama entgegen. Diese ging aber weiter zurück und lockte ihn, bis er den ersten Duft seiner Geschwister vernahm. Nach Prüfung der kleinen Grüppchen fand er schließlich seine augenblicklichen Favoriten, krabbelte ihnen über ihre Rücken und nahm seinen Platz in ihrer Mitte ein. Flugs kehrte Mama unter meinen Schreibtisch zurück. Mit Blick zur 1 Meter entfernten Wurfkiste sucht sie ein wenig Ruhe und Schlaf. 


Sonntag,12. Mai 2019, der 5. Tag

 

Mächtig zugenommen haben die Zwerge vom Riesewohld. ,,Offiziell", nach dem durchschnittlichen 63. Tag wären sie heute erst einen Tag alt. Und so war gestern auch ihr Gewicht: zwischen 600 und 700 g.

 

Um es gleich vorneweg zu sagen: Phila ist eine sehr fürsorgliche Mutter und achtet auf die kleinsten Geräusche und Laute. Sie hat ihre Bande aber auch gut im Griff: Verläuft sich mal ein Hansel in falscher Richtung, ertönt ein lautes ,,ühhm, ühhm, ühm" und der Verirrte folgt dem Laut, obwohl die Ohren noch geschlossen sind und findet schließlich auch den Weg an die kuschelige Milchbar. 

 

 

Kaum sind die Zwerge ein paar Tage alt, kommt Freud' und Leid für uns als Züchter in Einheit zum ersten Mal daher: So sehr wir uns mit den zukünftigen Welpeneltern über den erhofften Nachwuchs freuen, so sehr tut es uns leid, dass wir nicht so viele Welpen, vor allem blonde Hündinnen haben, um dem Wunsch aller nachkommen zu können.

 

Wir sind glücklich mit den 7 Zwergen und haben uns auch nicht mehr als wir haben gewünscht. Dass andere vielleicht mehr Embryos gesehen oder vermutet haben, liegt in der Ungenauigkeit eines Ultraschallbildes. Auf ein Röntgenbild haben wir zur Schonung der Tiere verzichtet. 

 

 

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Wenn wir die Verteilung so vornehmen könnten, wie wir es passend finden und alle glücklich und zufrieden wären, hätten jetzt alle unsere Welpen ihr neues Zuhause. Doch einige, die jetzt auf eine Zusage warten, müssen sich leider mit einer Enttäuschung abfinden – jedenfalls bei uns. 

 

Doch es gibt auch mindestens eine Alternative. Philas Schwester Prada wird im Zwinger Pałacowe Piękności in wenigen Tagen auch ihren ersten Wurf zur Welt bringen.

 

Es werden auch bei Philas Züchterin Alicja Eidtner (nahe Warschau) der/die eine oder andere Blonde fallen, denn die Mama ist auch blond. Außerdem ist sie schon Champion. Auch in unserem Zuchtverein HZD sind zurzeit viele Würfe gefallen und angekündigt. Vielleicht planen auch wir noch einmal einen Wurf, aber sicherlich nicht mehr dieses Jahr. 

 

Vielleicht muss aber auch der eine oder andere, der schon seine feste Zusage gegeben hat, letztendlich diese auch wieder zurückziehen, weil etwas Unerwartetes passiert ist.

 


Freitag,10. Mai 2019, der 3. Tag

 

Und pötzlich ist alles ganz anders: Das einstige Arbeitszimmer wurde bereits zum vorübergehenden Schlafzimmer mit Campingliege umfunktioniert, wobei der Schlaf zurzeit auch für mich eher an Wichtigkeit verloren hat.

 

Es quiekt und mupft. Manchmal ertönt ein deutlicher Protest, wenn sich, wie eben, Ajus (sm), der kleine Kämpfer, verlaufen hat. Und dann ist es wieder ganz still, unterbrochen von einem kleinen Singsang mit Schmatzlauten unterlegt. Dann ist wieder einer der 7 Welpen nicht zufrieden, sei es, dass ihm bei Einschafen die Zitze entglitten ist, sei es, dass der Nachbar plötzlich seine Lage zu verbessern sucht und mittlerweile rund 600 Gramm über einen anderen hinwegkrabbeln, der untere hingegen sein Veto einlegt. 

 

Was zählt in dieser Phase des neuen Lebens die menschliche Vorstellung von Schönheit, wenn die Natur in der Lage ist, solch ein genetisches Wunderwerk zu vollbringen? 

 

Phila schläft immer mal wieder ein paar Minuten zwischendurch - bis der nächste wieder Hunger hat, auf die Suche geht und die gesamte ,,Liegenschaft" wieder durchsortiert, um ein besseres Plätzchen zu finden.

10 Zitzen, 7 Welpen - eigentlich ein Paradies, und doch dauert es manchmal ziemlich lange, bis alle in Reih und Glied nebeneinander liegend zur Ruhe kommen, plötzlich wieder einer aufwacht, vielleicht schlecht geträumt hat und sich wieder auf die Suche nach dem Land voll Milch und Honig begibt. Nun ist es ganz ruhig.

 

Philas erhobener Kopf sinkt immer tiefer, mit geschlossenen Augen. Sie versucht ein wenig zu schlafen.

 

Die Idylle auf den Fotos ist real, aber eher für das menschliche Auge. Für die Hundemutter Phila ist es freiwillige Schwerstarbeit und Glück zugleich. Ich bewundere sie und ihre uneingeschränkte Fürsorge. 

 

 

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Wahre Schönheit entsteht im Auge des Betrachters: Viel zu groß ist noch der Kopf im Vergleich zum Körper, die rosa Nase braucht noch etwas Pigment und die Zunge ist bei Aaltje immer in Erwartungsposition. Und doch sind sie ein wahres Wunderwerk. In welcher Geschwindigkeit sie lernen und ihr genetisches Programm individuell auszubauen, ist faszinierend. Schon gibt es deutliche Unterschiede. Mehr oder minder bereitwillig wird Mama Philas Reinlichkeitszeremonie geduldet oder unwillig kommentiert. 

 

Die Muskelzuckungen nehmen jetzt zu, die neurologische Kleinbetrieb wird zu einem Großkonzern ausgebaut, die Umweltprägung wird mit Elan außerhalb des Mutterleibs fortgesetzt - sichtbar! 

 

In meinen Händen auf dem Weg zum Wiegen liegen sie schon ganz still, genießen vielleicht auch schon die Streicheleinheiten mit einem Finger, denn sie sind ganz ruhig dabei. 

 



Donnerstag, 9. Mai 2019, der 2. Tag

Wurfbesichtigung oder wie der Verein seine Züchter kontrolliert und betreut. 

 

Heute kam unsere regionale Zuchtwartin zur ersten Begutachtung unseres Wurfes, die s.g. Wurfbesichtigung.

 

Unsere Zuchtwartin ist unsere Kontrolleurin seitens des Vereins, aber auch unsere erste Ansprechpartnerin in allen Fragen zur Zucht, Geburt, Aufzucht der Welpen bis zur Übergabe – und auch danach. Welch ein Luxus - und das  erfolgt alles ehrenamtlich! Eine Aufwandsentschädigung zahlen allerdings die Züchter. 

 

Sie prüfte erneut unsere Räumlichkeiten, den Auslauf und die Aufzuchtbedingungen. Sie stellte Fragen zum geplanten Beschäftigungsangebot und prüfte die Welpen auf Unregelmäßigkeiten. Diese gab es aber nicht, außer einzelnen weißen Härchen bei einem Welpen, die erlaubt sind.  

Alle Welpen sowie die gesamte Zuchtstätte nebst unseren Tieren gaben keinerlei Anlass zu Beanstandungen - siehe Bericht.

 

Wir erwarten sie wieder zu einer weiteren Begutachtung und abschließend zur Wurfabnahme. Dann werden die Welpen noch einmal eingehend in Verhalten und Körperentwicklung geprüft. Auch darüber werden Protokolle angelegt, die der Welpenkäufer von uns auch bekommt. 

 

Zwischenzeitlich ist unsere Zuchtwartin Ratgeberin in allen offenen Fragen und bei Problemen, die es hoffentlich nicht geben wird. 

 

Bis dahin erfreuen wir uns über diese positive Beurteilung, die es hoffentlich auch die nächsten Male gibt, und am Gedeihen von Philas Nachwuchs 

 


Mittwoch, 8. Mai 2019, der 1. Tag


 

Sie sind da! Herzlich willkommen in unserer Wurfkiste, 

 

Aada Hündin schwarz

Aaltje Hündin blond

Aemil Rüde blond

Aenna Hündin blond

Aja Hündin  blond

Ajus Rüde sm

Artje Rüde blond

 

 

Herzlich willkommen heißen wir die ersten 7 Hovawart-Zwerge in unserem HZD-Zwinger vom Riesewohld! 

 

 

 

Wir freuen uns riesig, dass sie nach langem, manchmal recht langem Warten endlich entschlüpft sind, und das doch drei Tage vor der angenommenen, weil üblichen Zeit. Eigentlich war der 11. Mai der angesagte Tag im Durchschnitt. 

 

Phila hat sich anders entschieden und mich am Mittwochmorgen mit den ersten Wehen überrascht, als mein Mann gerade das Haus für die letzten Besorgungen verlassen hatte. Eigentlich wollte ich duschen gehen...

 

 

Phila entschied, nach ihrer Gartenrunde am Morgen des Mittwochs an Yaspars Erdloch an der Terrasse weiterzuarbeiten. Nach einiger Überredung und gutem Zureden kam sie dann ins Haus, wollte aber gleich wieder entschlüpfen. Nun ahnte ich, dass es nicht mehr lange dauern würde. Die letzten ,,Buddel-Utensilien", wie kleine und große Handtücher und Kissen wurden schnell in die Wurfkiste gelegt. Phila schaute interessiert zu. Kurzerhand entschied sie, dass die Materialauswahl durchaus akzeptabel war, schritt in die Holzbox und nach wenigen Sekunden waren die Wehen deutlich zu sehen! Mir schwante, dass wir beiden Frauen wohl jetzt allein gefordert waren und gingen entschlossen, ruhig und gelassen ans Werk, um das Natürlichste des Natürlichen zu zweit abzuarbeiten. 

 

Der erste Welpe ließ nicht lange auf sich warten: kurz vor zehn erschien Aada, das schwarze Mädel, in feinstem Gewebe samt Survival-Pack. Fein aber gut vernehmlich tönte ihr Protest, nicht gleich an den gedeckten Tisch zu gelangen. Die Verstärkung erschien kurz danach in blondem Haarkleid in Gestalt von Artje, dem blonden Brüderchen. Um ein knappes Kilo Hovawart hatte sich Phila gerade erleichtert, als 20 Minuten später Aalte ihren Kopf in die Morgensonne streckte und unwillige Laute von sich gab. Der Weg zum Frühstück war noch nicht frei aber ein Trio kann schon lautesten Protesten sich geben, so dass kurze Zeit später der Milchfluss einsetzte. 

 


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Phila auf Working Dog
Phila auf Working Dog