Die Welpen - Teil 2

 

 

09.-20.06.2019

Donnerstag, 20. Juni 2019, 43. Tag

 

 

In Arbeit 

 

 

Im Garten befindet sich ein eingezäuntes Areal auf dem Rasen. Am Rand unter der Buche gibt es einen natürlichen Schattenplatz, der mit Einsetzen der sommerlichen Hitze wohltuende Kühle bietet. 

 

 

Draußen

 

Die Terrasse bietet den Welpen täglichen Auslauf, Liegeplätze und Spielangebote, aber auch die Begrenztheit, die Mama Phila einen schnellen Überblick und wenn nötig auch Eingriffsmöglichkeiten gewährt. Meistens beobachtet sie die Szenerie aus sicherer Entfernung im Garten. In der noch unsteten Gewitter-Wetterlage bietet sie schnelle Fluchtwege ins Innere, ansonsten vielerlei wechselnde Anregungen, mal ein vorbeiflitzender Kater, mal die Gelegenheit, den Rasen zu mähen oder auch Yaspar einen Überblick über seine Ur-Enkelchen. Er zieht es meist vor, alles mit dem nötigen Überblick zu bewachen. Hier findet meist die Körperpflege wie Bürsten und Krallenschneiden statt, die Muße oder wird einfach als unser Rendezvous-Platz genutzt. Auch die meisten Mahlzeiten werden hier eingenommen. 

 

 

 

 

Die Tobe- und Auslauffläche im Garten wird je nach Wetter, das in der Tat Besserung versprach und auch einhielt, zunehmend in Beschlag genommen. Von Papa Beneds Familie erhielten wir diese kunterbunte Ausstattung, die nicht nur vielerlei Versteckspiele boten, sondern auch Ruheplätze. 

Hier können sie flitzen und sich verstecken, vieles neue aus der Natur und an Spielgeräten entdecken. Auch für viel Besuch ist genügend Bewegungsraum vorhanden. Die alte Rotbuche spendet zu jeder Tageszeit Schatten und Kühle. 

 

 


Papa Bened zu Besuch 

 

Viel ist nachzutragen, denn auch viel Besuch hatten wir in den letzten Tagen, so dass es einfach am Zeit und Kraft mangelte. Künftige Welpeneltern, Freunde, Familie und Nachbarn fanden sich eine, um beim Kraulen und Spielen, Füttern und Beaufsichtigen zu helfen oder einfach die kleinen Riesewohlder in ihrer Lebensfreude zu genießen. 

 

Das Highlight  

 

Am Sonntag besuchte uns Papa Bened mit seiner Familie. Was für eine Wiedersehensfreude! Phila konnte es kaum fassen, dass ihr Lover aus dem Nichts in ihrem Reich auftauchte und sie besuchte. Es wurde getänzelt und geschwänzelt, gesprungen und geräuschvoll ihrer Freude Ausdruck verliehen.

 

Papa Bened  legte sich souverän inmitten der Menschen und Welpen nieder und beäugte den einen oder anderen auf Augenhöhe, während Ajus sich heimlich ins Familienherz schlich und nicht mehr wich. 

 

 

 

Gedanken 

 

Noch nie in meinem Leben habe ich neun Hunde besessen. Ob ich jemals noch einmal so viele haben werde, steht in den Sternen. Fakt ist, dass ich es so sehr genieße, sodass die Zeit stehen bleiben könnte. Diese Momente, in denen ich von ihnen morgens oder von der Arbeit kommend lautstark und stürmisch begrüßt werde, von ihnen gezwickt und geschmust, geleckt und beknabbert werde, sind einfach einzigartig. In meiner Erinnerung werden sie unvergesslich bleiben. 

 

Ich sehe in ihre Gesichter, hinter denen sich schon eine sehr individuelle Mischung an frischen Lebenserfahrungen angesammelt hat, neugierig, frisch, unbeeindruckt und lieb, keck und fröhlich Wie unterschiedlich sind sie schon jetzt! Wie sehr haben sie sich in dieser kurzen Zeit ihres Lebens schon an die Gegebenheiten angepasst! Artje bevorzugt als Schlafplatz unter dem Sofa zu liegen, Aemil die freie Fläche, Aenna und Aada suchen gerne die Anlehnung im Rücken, Ajus liegt gerne auf dem Rücken, Aaltje und Aja fallen irgendwo einfach um. Im Schlaf scheinen sie alle zu grinsen.

 

Gestern sind die Kleinen 6 Wochen alt geworden. Aus ihnen sind richtige kleine Hunde geworden: Die Beinchen werden länger, der Fang streckt sich deutlich, die Stirn rundet sich zunehmend und die Ohren sind zurzeit überdimensional groß, die Ruten scheinen zurzeit dadurch kürzer zu werden, der Körper immer runder, denn Appetit haben sie immer.

Aus dem Fell wird Plüsch, das Haar wird immer länger, so dass ich Aja und Artje nur noch am Halsband unterscheiden kann, wenn ich es überhaupt so schnell finde, oder beim Bauchkraulen. 

Samstag, 15. Juni 2019, 38. Tag

 

 

Am frühen Morgen 

 

 

 

6:05 Uhr

 

Die Schlafplätze sind eingenommen, es wird ruhig um mich herum. Draußen sind die Vögel schon kraftvoll am Zwitschern, das Morgengrauen sieht wirklich grau aus. Es soll heute regnen. Ich setze mich an den Schreibtisch und finde langsam selber die Ruhe, nach der morgendlichen Reinigungs- und Fütterungsaktion und den Spielaktionen der kleinen Hovibande unser kleines Welpentagebuch fortzusetzen. Aada hat ihren Platz zu meinen Füßen eingenommen, die anderen liegen diesmal jeder für sich irgendwo verstreut: in den Kuschelkudden, daneben, dahinter, zwei in den Ecken, eine im frisch ausgelegten Welpenklo, einer neben mir - ein Bild der Harmonie, das ich sicherlich nie vergessen werde, aber vermissen, denn in absehbarer Zeit wird es wieder still werden im Haus. 

 

 

 

 

Miteinander - die Sozialisierung 

 

Die Welpen befinden sich jetzt offensichtlich in der Sozialisierungsphase: Kontakte untereinander, zu Gegenständen und anderen Lebewesen finden zunehmendes Interesse. Es wird alles beäugt, benagt, beklettert und auch mit Grund- oder Knurrlauten, Bellen oder Fiepen kommentiert. 

 

Diese Phase baut auf die Transitionale Phase mit dem Öffnen von Augen und Ohren auf. Sie setzt in der dritten Woche ein und gilt als die wichtigste Phase für das spätere Verhalten, denn hier entscheidet der Züchter über die Art und Häufigkeit von Prägungsangeboten und Frühererziehung durch die Mutterhündin. Auch Streitschlichtung gehört hierzu.

 

Wir beobachten Phila, wenn sie sich in ein Gerangel einmischt: Sie gibt eine Art ,,Miepf, Miepf-Laut" von sich, der die Kontrahenten ablenkt und beruhigt. Wenn sie sich dabei allerdings in die Nähe der Welpen begibt, stürmen alle sofort an die Milchtheke und rangeln kräftig um die besten Plätze. Da sie dabei versuchen, mit den spitzen Zähnchen die Zitzen festzuhalten und sich schon einige wunde Stellen entwickeln, probiere ich einen beruhigenden  Laut "Schschscht!", wenn sich zu meinen Füßen ein knurrendes Gerangel anbahnt. Es wirkt tatsächlich. Ruhe kehrt wieder ein. Phila ist entlastet. 

 

 

07:15

 

Langsam wird es wieder voll unter meinem Schreibtisch. Nur unser kleiner Sonny-Boy Ajus liegt in einer der Kuschelkudden auf dem Rücken und streckt seine  Beinchen von sich. In unseren Unterlagen zur Züchterschulung befindet sich ein gutes Sprichwort: ,,Wer im Paradies aufwächst, kann auch nur im Paradies überleben." Das denken sich auch die kleinen Racker und wissen diese paradiesischen Zustände zu verhindern, indem sie gerne mal die bereits oder noch schlafenden Kollegen zum Spielchen einladen. Doch nicht immer verläuft die Animation erfolgreich. Noch schlafen alle anderen, grunzen und ,,miepfen"behaglich. 

 

 

08.05

Der Morgen

 

Aja wacht als Erste auf und gibt auf dem ausgelegten Laken ihrer Verdauung nach. Vorbildlich. Ajus folgt mit einem Pfützchen. Aja unterzieht auf dem Rückweg meine Socken (und die Haut darunter) einer Materialprüfung. Nach erfolgreichem Entzug meinerseits begibt sie sich zu Ajus in die zwischenzeitlich besetzte Kudde und versucht ein Spielchen. Doch Ajus muss jetzt mal richtig und entzieht sich so Aja Zugriff. Um die Luft nicht unnötig zu belasten, werden jetzt zunehmend Zweckpapier und Beutelchen eingesetzt. Langsam kommt Leben ins Welpenlager. Auch Aemil/Artus muss. Jeder Gang ins ,,Klo" wird anschließend mit einem Lagerwechsel abgeschlossen und so füllen sich langsam wieder die beiden Kuschelkudden. Merkwürdigerweise wird das Aufsuchen der Kudde immer dadurch eingeleitet, dass der Neuankömmling sich über die anderen hinweg in eine von mir nicht wahrnehmbare Lücke quetscht. Nach einer guten Stunde kann ich meine Füße wieder normal platzieren. Aemil drängt Artje aus der Kunde. Letzterer begibt sich zu Aaltje, quetscht sich aber zwischen Ihrer Kunde und der Wand. Jetzt muss Aada. Aemil rangelt mit Artje, mein Kaffee ist leer, ich stehe auf, die ganze Bande umzingelt mich jetzt. Es ist endgültig vorbei mit der Ruhe! Sogar unsere coole Socke Aenna ist erwacht und knabbert im Vorbeigehen an Aaltjes Schwänzchen. 

Wohin soll ich meine Füße setzen, wenn überall in Bruchteilen einer Sekunde schon wieder ein Pfötchen oder Schwänzen ist? Aja knabbert an meinem Schuh, Aemil an der Auslegeware, das Laken mit den morgendlichen Pfützen wird gewechselt.... aus ist es mit der morgendlichen Ruhe. Nun ist Frühstück angesagt.  

 

 

 

 

 


Dienstag, 11. Juni 2019, 34. Tag

 

 

Von Pleiten, Glück und Pannen

 

bleiben auch wir nicht unberührt: 

Hat sich unsere Terrasse als welpensicher bewährt, sieht es mit dem Außenbereich im Garten schon etwas anders aus: Aada, unser patentes Mädel, hat sofort die Sicherheitslücke der Zaunkäufer entdeckt: Die Drahtabstände sind noch nicht eng genug.

 

Zäune sind etwas für Sicherheitsfanatiker meint die kleine Freiheitsliebende, als sie unversehens den Kopf durchstreckt, während mein Mann noch im Fotografieren versenkt ist. In wenigen Sekunden stellt sie die Schultern schräg und ist bis auf die Hüfte bereits auf der anderen Seite, während ich noch das Spielzeug verteile. Doch auch in höheren Jahren funktioniert noch meine Adrenalinproduktion: blitzschnell war ich vor Ort, um das Mädel zurück zu bugsierten. Meine Hände passen nämlich auch durch das Gitter - hochkant! Sogar unser kräftiges Landmädel Aenna schaffte es, gleich anschließend Kopf und den vorderen Teil ihres kräftigen Körpers durchzuschieben, allerdings heimlich still und leise: Während sie eben noch parallel zum Zaun lag, als ich Aada auf die Terrasse in Sicherheit brachte, schob sich Aennas Kopf und Schulter heimlich durch das Gitter. Mit einem Seitenblick erhaschte ich die Situation, so dass auch hier schnell der geordnete Rückzug ermöglicht wurde. Aus war der Traum vom abenteuerlichen Nachmittag auf dem Rasen!

Nun wird erst einmal nachgebessert! Dass kurze Zeit später ein notwendiger Landregen einsetzte, rundete den Pannenausflug richtig ab und machte auch dem Terrassenvergnügen den Garaus!

 

Sonntag, 09. Juni 2019, 32.Tag

Heute ist ein ganz besonderer Tag: Es ist Uropa Yaspars Geburtstag.

12 Jahre ist er ab heute alt. 

 

Nie werden wir diesen Tag vergessen, als wir von seiner Züchterin dieses Foto erhielten und mit ihm eine neue Ära begann: die Hovawartzucht. Yaspar hatte 5 Würfe in Deutschland (3), Slowakien (1) und Polen (1), aus dem Philas Mutter Nelli stammt. 

 

Und deswegen darf er auch in diesem Kapitel A-Wurf erscheinen, denn Yaspar ist der eigentliche Ur-Vater. Ohne ihn gäbe es diesen Wurf nicht, ohne ihn hätten wir die wohl wichtigsten Kapitel unseres Lebens nicht erleben können. Er ist und bleibt unser Grandseigneur, unser Plüschbärchen. 

 

Wir erhoffen und wünschen uns noch viele schöne Jahre mit ihm. Sein Opa Lümmel ist immerhin 15 geworden! Diese würden wir auch gerne erreichen.

 

So hoffen wir, dass auch aus unserem A-Wurf wieder Ur-Urenkelchen entstehen, die einen Anteil seiner Gene in sich tragen und die Hovawartzucht bereichern.

Ihm zuliebe hier einige Fotos aus seinem bisherigen Leben. Mehr Fotos und Geschichten gibt es hinter diesem Link: Yaspar (nicht aktuell!). 

 

Sonntag, 09. Juni 2019, der 32. Tag

 

Es passiert jeden Tag etwas Neues, jeder Tag verfestigt etwas bereits Angebahntes, jeder Tag bietet eine neue Überraschung. 

 

Fangen wir an:

  • Die Welpen schlafen länger, so darf auch ich länger schlafen: Es sind bereits sechs Stunden am Stück!  
  • Das zunehmend angenommene Welpenklo erleichtert die tägliche Reinigung des innerhäuslichen Auslaufs enorm. 
  • Die Welpen bilden Vorlieben heraus: ihre stürmischen Begrüßungen am Morgen, wenn ich die zwei Stufen zu ihnen hinabsteige und alle auf mich zustürmen und quiekend begrüßen. 
  • Mama Philas Milchtheke ist deutlich entlastet durch die zunehmend gehaltvollen Mahlzeiten: Ziegenmilch, Quark, körniger Frischkäse, Frischfleisch (Wild, Huhn, Rind), Dosenfleisch, frischer Fisch, Gemüse und Körner. 
  • Die 7-er Bande nimmt hervorragend zu und hat die 4 kg-Marke angepeilt. 
  •  Die Küchenwaage wurde durch eine mobile Hand-Kofferwaage an einem Flechtkorb ersetzt. 
  • Ihre zukünftigen Welpeneltern haben uns bereits mehrmals besucht und erfreuen sich großer Beliebtheit im Tagesprogramm der Welpen. Besonders bei der Fleisch-Handfütterung haben sie, die zukünftigen Welpeneltern,  großartige Talente entwickelt, aber auch bei den Streicheltechniken.   
  • Die kräftigeren Welpenzähnchen werden bei den Spielen mit den Händen bereits vorsichtiger eingesetzt, ein spitzes"Au" wird schon wahrgenommen, mit einem erstaunten Blick und Loslassen beantwortet (Aufbau der Beißhemmung). 
  • Die Verdauung erweist sich trotz wechselnder Nahrungsangebote als äußerst stabil. 
  • Alle Welpen reagieren zu meiner großen Freude auf das indianisches "Jijijijijiji" zur Fütterung und kommen mit einem lauten "Wiwiwiwiwi" aus den letzten Winkeln ihrer Ruhestätten hervor. 
  •  Das Rüdengerangel (Ajus/Artus (vormals Aemil) und Artje nimmt nicht weiter zu, denn Aenna erweist sich neben Mama und mir auch als großartige Schlichterin. 
  • Heute wird der große Welpenauslauf auf dem Rasen fertiggestellt. 40 m Zaun und 22 Pfähle liegen bereit. 
  • Ich kann nicht mehr vom Schreibtisch aufstehen, denn 6 von 7 Welpen haben sich um mich herum unter Schreibtisch und Stuhl platziert und schlafen teils auf oder direkt auf oder neben meinen Füßen.  
  • Die mich etwas bekümmernde Erkenntnis ist abschließend, dass wir die Halbzeit der Welpenphase überschritten haben und das Ende der gemeinsamen Zeit in Sicht ist: Des einen Leid, des anderen Freud'. Und so freuen wir uns mit unseren neuen Welpeneltern auf die anschließende Zeit, in der wir die Fotos und News erhalten und uns über die weitere Entwicklung der Riesewohlder mitfreuen dürfen. 

Kaum noch Platz haben meine Füße. Ab und an spüre ich auch die Piranha-Zähnchen in meinen Füßen, weil offensichtlich die Socke zum Knabbern lockt, sie aber dicht an der Haut anliegt. 

.

Körperpflege

 

Eine ganz besondere und wichtige Erfahrung und Lehrstunde gab es heute dank Elisabeth (Aadas neue Besitzerin) für die Prägung hinsichtlich des des zukünftigen Lebens: Das Bürsten.  

 

Als künftige Erst-Hovawartbesitzerin 

unterstützt sie mich mit vielen Handgriffen in der Aufzucht. So nahm sie sich heute der Körperpflege an und konnte ihr Feingefühl für das Wohlbefinden und gleichzeitig der ersten Erfahrung der Welpen mit der Bürste unter Beweis stellen. 

 

Es fiel keinem Welpen schwer, sich unter ihren Händen zu entspannen und selbst die Beinchen und Pfoten bürsten zu lassen. Zwischendurch gab es immer mal wieder ein kleines Bananenstückchen als Leckerchen. 

Was glänzte das Fell abschließend! 

 

 

Welpenbesucher

 

sind bei uns jederzeit willkommen. Sie sind nicht nur für die Welpen zur Prägung auf unterschiedliche Menschen wichtig, sondern auch für das Vertrauen zwischen Züchter und künftigen Welpeneltern.

 

Wir genießen die gemeinsamen Stunden in Haus und Garten und freuen uns, wie herzlich der Umgang unserer Gäste mit allen Welpen ist –  nicht nur mit dem favorisierten!  

 

Die Abgabe der Welpen in absehbarer Zeit wird auch für uns leichter, denn auf diese Weise können auch wir das Vertrauen und die Zuversicht aufbauen, dass es unseren vierbeinigen ,,Kindern" auch bei den neuen Familien bestens gehen wird. 

 

 

Sportlichkeit, Bewegungsfreude und Anstrengungsbereitschaft

 

Die so genannte Prägungszeit ist nicht nur ein beabsichtigter Nebenaspekt bei (neuen) Besucher-Menschen. Geräusche aus dem Alltag sowie immer neue Gegenstände im Umfeld der Welpen laden zu neuen Erkundungen ein. Neugier und Entdeckerlust sowie die begleitende körperliche Geschicklichkeit wird angeregt.

 

Beispielsweise dienen die Querverstrebungen eines Tisches nicht allein der Stabilität. Für die Welpen ist es scheinbar eine Einladung darüber zu klettern, sie also zu überwinden. Der Weg außen herum wäre nur wenig weiter und definitiv bequemer.

Der Ruheplatz unter dem Sofa ist mittlerweile nur noch durch mühsames Plattmachen des Körpers zu erreichen. Wer wirkliche Ruhe sucht, umgeht keine Anstrengung. 

 

Anstrengungen bauen vorhandene Fähigkeiten aus, und so sind die Welpen mittlerweile flott auf den Beinchen, obwohl sie ein zeitweilig vollgefuttertes Bäuchlein mit sich herumtragen, bevor sie in einen komaähnlichen Schlummerschlaf verfallen. 

 

Im Zentrum des Lebens eines Welpen steht die Ernährung. 

Wer ein ,,Loch im Bauch" hat, kann nicht schlafen, findet keine Ruhe und mischt alle anderen auf, um seinen Protest zu verkünden und sich Erleichterung zu verschaffen. Nicht alle Welpen sind gleich – auch nicht bei der Menge der Nahrungsaufnahme. Die Schnelligkeit entspricht nicht unbedingt dem Hunger, die Menge auch nicht unbedingt. Ajus beispielsweise, der schwarzmarkene Rüde, fängt an zu pöbeln, wenn er Hunger hat, frisst aber langsamer als die anderen und geht manchmal früher ,,vom Tisch".  

So haben wir die zwischendurch mal die Einzelfütterung eingeführt, um den Bedarf zu bemessen und auch mal Ruhe beim Futtern einkehren zu lassen.  Dass ich in der Küche dann nebenbei auch ein paar Handgriffe tätigen kann, wird hier nicht verschwiegen. 

 

.

Ein unerklärliches Phänomen bereitet mir allerdings Kopfschmerzen: Offensichtlich haben die Welpen Spaß daran sich um den Futterring zu drängeln. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass immer ein Teil des Rings frei ist, während auf der gegenüberliegenden Seite bei den Mahlzeiten 7 Köpfe und Bäuche eng aneinander um den besten Platz drängeln. Nehme ich probehalber einen Abgedrängten und setze ihn auf die andere Seite, entsteht im Nullkommanichts dieselbe Situation mit einem anderen.  

 

. Futterneid kann ich nicht entdecken, wohl aber ungeheuer viel Spaß bei gemeinschaftlichem Essen. Teilen lernen und abgeben ist also durchaus möglich – zumindest im Welpenalter. Yaspar teilt aber auch mit Phila sein Wasser wie auch eine Mahlzeit, wenn ich es nicht zuteile. 

Ada teilt auch mit Aemil/Artus sein Lammrippchen. Später dreht er sich weg und will den Rest allein für sich haben. 

 



Kontakt

Phila auf Working Dog
Phila auf Working Dog