Zuchtkontrolle

 

 

 

Was bedeutet Zuchtkontrolle?

 

Der Begriff Zuchtkontrolle allein sagt wenig aus, ohne zu wissen, wie diese Kontrolle funktioniert. 

 

 

Wer oder was wird kontrolliert? Jeder Zuchthund und die Zuchtstätte (Zwinger): 

  • Als Welpe wird er wenige Tage nach der Geburt durch die Zuchtwart kontrolliert. 
  • Der Welpe erhält einen Chip implantiert, der mit jedem Chiplesegerät ausgelesen werden kann. Damit erhält jeder Hund in einem Zuchtverein eine unveränderbare Identität. 
  • Jeder Zuchthund wird in zwei Zuchtprüfungen bei zwei unterschiedlichen Körmeistern im Phänotyp (äußere Erscheinung) und im Verhalten geprüft (Verhalten III und Körung). 
  • Jeder Zuchthund wird in zwei unterschiedlichen Ausstellungen kontrolliert und bewertet. 
  • Die Gesundheit des Zuchthundes wird geprüft:

          1. auf Hüftgelenksdysplasie

          2. auf eine mögliche Erkrankung der Schilddrüse

          3. auf die genetische Veranlagung zur Degenerativen Myelopathie DM (Hinterhandlähmung) 

  • Die Nachkommen eines Züchtendes  werden in zwei Untersuchungen überprüft:

          4. Wurfkontrolle kurz nach der Geburt
          5. Wurfabnahme vor Abgabe der Welpen

  • Der Zwinger wird vor/bei jedem Wurf kontrolliert, d.h. auch alle Tiere, die im Haushalt leben. 
  • Der Züchter nimmt verpflichtend an Züchterfortbildungen teil. 

Sie unten die Liste in ausführlicher Form: 

 

Phila besteht ihre Körung im Mai 2018
Phila besteht ihre Körung im Mai 2018

Voraussetzung für die Zucht:

Eine geprüfte, d.h. zuchtfähige Hündin

 

  1. Der Züchter meldet Zuchtabsichten beim RG-Zuchwart an.
  2. Er beantragt eine FCI-geschützte und international geltende Zwingerkarte.
  3. Der Zuchtwart kontrolliert die Zuchtstätte und fertigt darüber ein Protokoll an. 
  4. Der Züchter meldet beim Zuchtwart seine Zuchtabsichten und möglichen Deckrüden an. 
  5. Der Zuchtverein prüft die Verpaarung auf gesundheitliche Risiken und Vererbung von Merkmalen. Er schlägt u.U. alternative Deckrüden vor oder stimmt den Wünschen des Züchters zu.
  6. Der Züchter nimmt Kontakt zum Deckrüdenbesitzer auf. 
  7. Der Züchter beantragt einen Deckschein. 
  8. Der Züchter meldet den Verpaarungstermin beim Deckrüdenbesitzer an.
  9. Der Züchter lässt eine Progesteronbestimmung durchführen, um möglichst den genauen Deckzeitpunkt festzulegen. 
  10. Der Züchter sucht und bucht eine Unterkunft für 1 bis möglicherweise 4 Tage. 
  11. Der Deckakt gelingt. Die Hündin wird nach etwa 3-4 Wochen zur Ultraschalluntersuchung einem Tierarzt vorgeführt. 
  12. Ist die Hündin tragend, erfolgt eine  weitere Versorgung der trächtigen Hündin.
  13. Die Welpen werden nach ca. 63 Tagen geboren. Der Zuchtwart wird sofort informiert und steht beratend zur Seite. 
  14. Nach Absprache erfolgt die erste Besichtigung des Wurfes innerhalb einer Woche.  
  15. Der Zuchtwart kontrolliert den Wurf, jeden einzelnen Welpen, den Zustand der Mutterhündin, weitere im Haushalt lebende Hunde und die Zuchtbedingungen im Haus.
  16. Darüber wird ein Protokoll angefertigt, das im Verein digital gespeichert wird.
  17. Der Wurf wird am Ende der achten Woche vom Zuchtwart abgenommen": Jeder einzelne Welpe wird kontrolliert, die Mutterhündin und die im Haushalt lebenden Hunde wie auch die gesamte Zuchtstätte. 
  18. Bei den ersten beiden Würfe wird bei der Wurfabnahme ein Welpentest durchgeführt. 
  19. Darüber wird ein Protokoll angefertigt, das im Verein digital gespeichert wird. Der Züchter erhält einen Beleg darüber, den er an den Welpenkäufer weitergeben kann. 

Der Zuchtwart kann den Wurf  jederzeit auch außerhalb der zwei verpflichtenden Besuche kontrollieren. 

Auch in der Slowakei, werden die Welpen nach geltendem Standard geprüft, hier bei einem Welpen aus Yaspars Wurf bei der Zahnkontrolle. Ja, es sind soweit alle da.

 

Prüfung der Nachkommen für den Züchter, den Zuchtverein und Besitzer 

 

Der Junghund wird dem Verein zur Begutachtung in seiner Entwicklung vorgeführt. Er ist mindestens 4 Monate und maximal 12 Monate alt. 

 

Verhalten II

heißt der freiwillige, aber sehr empfehlenswerte „Check". Er ist offen für Mitglieder und Nichtmitglieder.  

 

Erscheinungsbild (Exterieur):

Der Hund muss äußerlich dem FCI-Rassestandard eines Hovawarts entsprechen.

 

Wesensfestigkeit:

In unterschiedlichen Situationen wird die Wesensfestigkeit des Hundes überprüft.

 

Sinn und Zweck:

Züchter und Zuchtverein möchten gern wissen, wie gezüchtet wurde: ob und inwieweit unser Hovawartwelpe von einst im Wesen und Aussehen dem erwarteten Typ Hovawart entspricht (Phänotyp) und wie sich die beiden Elterntiere vererbt haben (Genotyp). Diese Information ist für die weitere Zucht beider Elterntiere wichtig! 

 

Darüber erhält der Besitzer einen Erfassungsbogen (s. Philas Zuchtprüfungen).

 

Die HZD prüft somit möglichst möglichst viele Nachkommen einer Zuchthündin und eines Deckrüden auf Einhaltung der im Rassestandard geltenden Kriterien, aber auch, inwieweit die Verpaarung geglückt ist.  

 

Sollten in einem oder zwei Würfen Abweichungen auftreten, können durch die Zuchtprüfungen züchterische Auflagen erfolgen. 

 

Zuchtkontrolle live  - wie hier in Philas Körung. Zum Exterieur kann der Besitzer außer Fütterung, Pflege, Gesundheit  und Bewegungsangebot wenig beitragen.

 

Interessant für den Zuchtverein ist, was der Hund an sichtbaren Anlagen zeigt und wie sich die Elterntiere vererbt haben. 

 

Für das Verhalten im Alltag wie auch in der Körung tragen sowohl Züchter als auch Besitzer einen Teil der Verantwortung. In welchem Maß die Anlagen entwickelt wurden, ist allerdings in der Praxis kaum messbar und zuzuordnen. 

 

Keine Angst: Kein Hund wurde bislang wegen Temperament oder Fröhlichkeit, überschwänglicher Freude oder Anspringen, wegen Kreativität, Temperament oder unausgereiftem Wesen negativ beurteilt. 

Prüfungen für Interessenten an der Zucht oder solche, die mehr über ihren Hovawart wissen wollen

 

Der Junghund wird dem Verein zur Begutachtung in seiner Entwicklung vorgeführt.

 

Verhalten III 

 

heißt der freiwillige, aber sehr empfehlenswerte „Check" ab 12 Monaten. Er ist offen für Mitglieder und auch für Nichtmitglieder der HZD. 

 

Die Verhaltensbeurteilung III dient der „Nachzuchtkontrolle".

Ziel dieser Beurteilung ist es, dem Alter entsprechend das Verhalten des Hundes und seine Reaktion auf unterschiedliche Testsituationen zu ermitteln (Alle Hunde durchlaufen dieselben Tests!). 

 

Der Hovawart wird von einem Körmeister im Verhalten geprüft und beurteilt. Die Ergebnisse werden erfasst und mit dem Besitzer besprochen.

 

Ein Zuchtrichter erfasst das Erscheinungsbild. 

Insgesamt erhält der Teilnehmer einen Prüfbericht über alle Ergebnisse.

 

Der Erfassungsbogen wird digital gespeichert und dient zusammen mit dem Erfassungsbogen auf der Körung als Voraussetzung für einen möglichen späteren Zuchteinsatz. 

Körung 

 

heißt der freiwillige „Zucht-Check" ab 24 Monaten für alle, die sich möglicherweise für die Zucht interessieren. 

Teilnehmen können nur Mitglieder der HZD.

 

Mehr dazu finden Sie im Link: 

Nationale und internationale Zuchtkontrolle

 

Der letzte Teil der Zuchtkontrolle ist der wichtigste:

 

Die HZD ist als Mitglied dem VDH  untergeordnet. Sie muss alle eigenen Regelungen, Satzung und Ordnungen den Rahmenrichtlinien des VDH anpassen, so auch die Zuchtordnung.

 

Die HZD erstattet dem VDH jährlich einen Bericht in Form eines Zuchtbuchs. 

 

Alle Beschlüsse der HZD  können strenger ausfallen als die des VDH, dürfen aber nicht erweiternd verfasst werden. 

 

Diese Seite der Zuchtkontrolle ist nur im nationalen und internationalen Verbund möglich. 

 

Ein Zuchtverbot gilt im gesamten VDH für einen bestimmten Hund. 

 

Eine Zuchtsperre gilt für den gesamten Zwinger, den Züchter und für alle Rassen. Kein Hund dieses Züchters kann in einem anderen VDH-Verein zur Zucht eingesetzt werden. 

 

Quelle: VDH-Zuchtordnung

 


Kontakt

Phila auf Working Dog
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